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Was kostet Georgetown? Studiengebühren und finanzielle Unterstützung 2026

Studium in den USA

Was kostet die Georgetown University? Gesamtkosten ~$87.000/Jahr (~80.000 €). Need-aware für internationale Studierende, Georgetown Scholarship Program, CSS Profile, Lebenshaltungskosten in Washington D.C.

Healy Hall auf dem Campus der Georgetown University in Washington mit Blick auf die Studienkosten

Lead image: Wikimedia Commons

Du stehst vor der Healy Hall — einem neugotischen Uhrenturm, der den Campus der Georgetown seit 1879 überragt — und auf der anderen Seite des Potomac River siehst du das Lincoln Memorial. Vom Campus bis zum Weißen Haus sind es 4 Kilometer, bis zum Außenministerium 3, bis zur Weltbank 5. Die jährlichen Studiengebühren für diese Lage? Etwa $65.000 USD. Die Gesamtkosten mit Unterkunft, Verpflegung, Versicherung und Lebenshaltung in D.C.? Nahe an $87.000–90.000 pro Jahr, also ungefähr 80.000–83.000 Euro bei einem EZB-Kurs von 0,92.

Das klingt nach einem Betrag, der das Gespräch beendet. Doch es gibt drei Details, die es wieder eröffnen. Erstens: Georgetown bemüht sich, den gesamten dokumentierten finanziellen Bedarf zugelassener Studierender — auch internationaler — über das Georgetown Scholarship Program (GSP) zu decken. Zweitens: Washington D.C. ist eine teure Stadt, aber Praktika im Außenministerium, bei den Vereinten Nationen oder bei McKinsey liegen in einem 15-Minuten-Radius der U-Bahn. Drittens — und hier liegt der Haken — ist Georgetown need-aware gegenüber Studierenden außerhalb der USA. Die meisten deutschen Bewerber:innen erfahren das zu spät.

In diesem Leitfaden schlüssele ich jeden Dollar der Georgetown-Kosten auf, erkläre den Unterschied zwischen need-blind und need-aware, zeige, wie das CSS Profile für eine deutsche Familie funktioniert, und sage dir, wann Georgetown tatsächlich Sinn ergibt — und wann du besser in Richtung einer Ivy-League-Universität mit Need-blind für Ausländer:innen blickst. Beginne mit dem vollständigen Leitfaden zur Bewerbung an der Georgetown, und rechne dein Abitur im GPA-Rechner um.

Georgetown University 2025–2026 — die wichtigsten Zahlen

~$87-90k
Gesamtkosten pro Jahr (COA)
~$65.000
Studiengebühren (tuition)
~80.000-83.000 €
COA umgerechnet in EUR (Kurs 0,92)
~12%
Acceptance Rate
need-aware
Förderrichtlinie für Ausländer:innen
100%
Ziel der Bedarfsdeckung (nach Zulassung)

Quelle: finaid.georgetown.edu · Entity Georgetown (acceptanceRate 12%, tuitionUSD 64 984) · EZB (Kurs USD/EUR 0,92).

Was steckt genau in den ~$87.000–90.000 pro Jahr an der Georgetown?

Die Gesamtkosten des Studiums (Cost of Attendance, COA) an der Georgetown belaufen sich im Studienjahr 2025–2026 auf ca. $87.000–90.000, also ungefähr 80.000–83.000 € pro Jahr und über 320.000 € für den vollständigen vierjährigen Bachelor. Nur die Studiengebühren und die obligatorischen Beiträge fließen direkt an die Hochschule — der Rest sind Lebenshaltungskosten in Washington, denen du nicht entkommst.

Aufschlüsselung nach der Preisliste von finaid.georgetown.edu (Georgetown College, der typischste Warenkorb):

  • Studiengebühren (tuition): ca. $65.000 — Lehrveranstaltungen, Bibliotheken, Infrastruktur. Alle vier grundständigen Schulen (College, Walsh SFS, McDonough, School of Nursing) haben vergleichbare Gebühren.
  • Unterkunft: ca. $11.500 — ein Zimmer im Studierendenwohnheim auf dem Campus. In den ersten beiden Jahren ist das Wohnen auf dem Campus praktisch verpflichtend.
  • Verpflegung (Meal Plan): ca. $7.500 — Georgetown verlangt ihn von Campusbewohner:innen.
  • Krankenversicherung (Premier Plan): ca. $3.000 — aus Deutschland ist ein Waiver schwer zu bekommen, die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erfüllt die Anforderungen nicht.
  • Bücher, studentische Gebühren: ca. $1.500–2.000 — in den MINT- und Wirtschaftsfächern teurer.
  • Persönliche Ausgaben, Transport, Reisen: ca. $2.500–3.500 — Georgetown rechnet hier u. a. die Flüge zwischen Deutschland und Washington ein.

Die entscheidende Unterscheidung: Studiengebühren und Pflichtbeiträge (~$65.000–68.000) sind fix und für alle gleich. Die übrigen ~$20.000–22.000 sind estimated costs — Georgetown deckt sie, wenn du finanzielle Unterstützung erhältst; in allen anderen Fällen finanzierst du sie aus eigener Tasche.

Gesamtkosten der Georgetown 2025-2026 — woraus sich die ~$88.000 zusammensetzen

Kategorie
Anteil
USD
EUR
Studiengebühren (tuition)
~$65.000
~60.000 €
Unterkunft
~$11.500
~10.600 €
Verpflegung (Meal Plan)
~$7.500
~6.900 €
Krankenversicherung
~$3.000
~2.800 €
Persönliche Ausgaben, Reisen
~$3.000
~2.800 €
Bücher, Gebühren
~$1.800
~1.700 €
Gesamt (COA)~$88.000 / ~81.000 €

Georgetown kostet praktisch genauso viel wie die Ivy League (Yale ~$87k, Harvard ~$86k, Duke ~$87k). Aber im Gegensatz zu ihnen ist Georgetown nicht need-blind für Ausländer:innen — und das verändert die Rechnung.

Worin unterscheidet sich das need-aware-Modell der Georgetown vom need-blind-Modell der Ivy League?

Der wichtigste Unterschied zwischen Georgetown und Yale, Harvard oder Princeton für eine:n deutsche:n Bewerber:in lässt sich in einem Wort fassen: need-aware. Georgetown schaut bei internationalen Bewerber:innen darauf, ob du finanzielle Unterstützung beantragst, bevor die Zulassungsentscheidung fällt. Yale, Harvard, Princeton und MIT machen das Gegenteil: Sie wissen nicht, ob du Hilfe brauchst, wenn sie über deine Zulassung entscheiden.

In der Praxis bedeutet das: Wenn du dich aus Deutschland an der Georgetown bewirbst und um $80.000 jährliche Unterstützung bittest, konkurriert deine Akte nicht nur mit anderen starken Bewerber:innen, sondern auch mit denjenigen, die den vollen Preis zahlen können. Bei ~12% Acceptance Rate und einem begrenzten internationalen Budget wählt die Hochschule statistisch einen Mix, in dem Vollzahler:innen einen leichten Vorteil haben. Georgetown erklärt, dass sie 100% des dokumentierten Bedarfs zugelassener Studierender — auch internationaler — über das Georgetown Scholarship Program zu decken anstrebt. Aber das betrifft nur bereits Zugelassene. Need-aware filtert auf einer früheren Stufe.

Was das für eine:n deutsche:n Abiturient:in bedeutet:

  • Elterneinkommen bis ~55.000 €/Jahr — bewirb dich trotz allem um Hilfe. Du qualifizierst dich für ein großes Paket, und Georgetown lehnt eine:n herausragende:n Bewerber:in selten allein wegen des Bedarfs ab.
  • Einkommen 55.000–135.000 €/Jahr — der Antrag auf Hilfe senkt die Chance leicht. Realistisch lohnt es sich, ihn einzureichen, wenn das Profil stark ist (Top-Gymnasium + 1500+ SAT + Wettbewerbserfolge).
  • Volle Zahlungsfähigkeit — Georgetown ist für dich de facto need-blind, du konkurrierst nur über die Qualität deines Profils.

Zum Vergleich: Bei Yale existiert dieser Kalkül nicht — die Zulassungsentscheidung fällt ohne Informationen über die finanzielle Unterstützung. Wenn du an der Grenze zwischen Georgetown und einer Ivy-League-Universität stehst und deine Familie die vollen Kosten nicht trägt, ist es wirtschaftlich sinnvoller, in Richtung einer für Ausländer:innen need-blind agierenden Hochschule zu gehen.

Georgetown vs. Yale vs. Harvard vs. Duke — Kosten und Förderrichtlinie

Hochschule
COA / Jahr
COA in EUR
Richtlinie int'l
Georgetown (privat)
~$88.000
~81.000 €
need-aware
Duke (privat)
~$87.000
~80.000 €
need-aware
Yale (Ivy)
~$87.000
~80.000 €
need-blind
Harvard (Ivy)
~$86.000
~79.000 €
need-blind
Princeton (Ivy)
~$84.000
~77.000 €
need-blind

Entgegen der landläufigen Meinung ist Georgetown in dieser Hinsicht keine Ausnahme — die meisten amerikanischen Hochschulen (mit Ausnahme einer engen Gruppe von need-blind-Universitäten: Harvard, Yale, Princeton, MIT, Amherst, Bowdoin, Dartmouth) sind für Ausländer:innen need-aware.

Wie funktionieren das Georgetown Scholarship Program und das CSS Profile für Studierende aus Deutschland?

Das Georgetown Scholarship Program (GSP) ist das interne bedarfsorientierte Fördersystem der Georgetown — über dieses fließt der Großteil der Hilfspakete für zugelassene Studierende, auch internationale. Die Hilfe hat die Form von Zuschüssen (keine Darlehen), das heißt, du musst das Geld nach dem Studium nicht zurückzahlen. Das GSP ist nicht nur Geld: Das Programm umfasst zudem Mentoring, Bücherfonds, Unterstützung in den Pausen zwischen den Semestern und ein Alumni-Netzwerk — Georgetown behandelt das GSP als vollwertige Gemeinschaft über alle vier Bachelorjahre hinweg.

Der zentrale Mechanismus der Antragsdokumentation für eine:n Deutsche:n ist das CSS Profile (College Scholarship Service), deutlich detaillierter als FAFSA — und das einzige Formular, das für dich gilt, denn FAFSA ist nur für US-Bürger:innen und -Residents. Das CSS Profile verlangt Nachweise über Einkommen, Ersparnisse, Immobilien, Schulden und den Unternehmenswert (falls die Eltern ein Unternehmen besitzen). Der deutsche Einkommensteuerbescheid bzw. die Steuererklärung plus Bankunterlagen reichen in der Regel aus, doch Georgetown verlangt beglaubigte Übersetzungen. Sind die Eltern geschieden, verlangt Georgetown das Non-Custodial Profile vom zweiten Elternteil — einer der größeren Schocks für deutsche Familien, denn die US-Hochschule erwartet eine vollständige finanzielle Offenlegung auch von einem Elternteil, zu dem womöglich seit Jahren kaum Kontakt besteht, und geht damit über das hinaus, was deutsche Familien etwa vom BAföG-Antrag kennen. Verweigert der zweite Elternteil die Mitwirkung, lässt sich in begründeten Fällen ein Waiver beantragen, doch Georgetown prüft solche Anträge streng und verlangt belastbare Nachweise (etwa eine Bestätigung von einer dritten, neutralen Person wie einem Anwalt, einer Sozialarbeiterin oder der Schule). Plane diesen Schritt früh ein — die Beschaffung der Unterlagen aus zwei getrennten Haushalten dauert oft Wochen.

Der Net Price Calculator auf finaid.georgetown.edu erlaubt es, das Paket vor der Bewerbung abzuschätzen. Für eine Familie mit einem Einkommen von 55.000 € liegt der EFC (Expected Family Contribution) meist unter $5.000, das heißt Georgetown schießt über $80.000 zu. Bei einem Einkommen von 110.000–155.000 € beträgt der EFC $15.000–30.000, der Zuschuss $55.000–70.000. Das sind Schätzungen — das endgültige Paket hängt auch vom Vermögen, von der Zahl der studierenden Geschwister und von außergewöhnlichen Ausgaben ab.

Fristen für eine:n deutsche:n Bewerber:in, der:die Hilfe beantragt:

  • Early Action (unverbindlich, restriktiv): Bewerbung + CSS Profile bis 1. November, Entscheidung Mitte Dezember.
  • Regular Decision: Bewerbung bis 1. Januar, CSS Profile meist bis Mitte Februar, Entscheidungen im März/April.

Denke daran — Georgetown verlangt SAT oder ACT sowie TOEFL/IELTS und nutzt nicht die Common App (sie hat ein eigenes Bewerbungsportal). Das deutsche Abitur lässt sich nicht 1:1 in ein US-GPA übersetzen. Beginne mit dem GPA-Rechner, um zu wissen, wo du realistisch stehst, und über den gesamten Bewerbungsprozess liest du im vollständigen Leitfaden zur Georgetown.

Warum bekommt ein:e Studierende:r aus Deutschland keinen Pell Grant und keine föderale US-Hilfe?

Das ist eine Falle, in die viele deutsche Bewerber:innen tappen: Sie lesen über „Pell Grants” oder „federal student aid” und nehmen an, dass man sich darum bewerben kann. Kann man nicht. Der Pell Grant ist ein bundesstaatlicher Zuschuss der US-Regierung, der auf Basis von FAFSA vergeben wird — und er steht ausschließlich US-Bürger:innen und Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht (Green-Card-Inhaber:innen) offen. Dasselbe gilt für föderale Studienkredite (Direct Loans), Federal Work-Study und SEOG. Ein:e Deutsche:r mit F-1-Visum qualifiziert sich für keines dieser Programme.

In der Praxis bedeutet das, dass die gesamte finanzielle Unterstützung für eine:n deutsche:n Studierende:n an der Georgetown aus dem Hochschulbudget (Georgetown Scholarship Program) oder aus privaten Quellen stammt: Stipendien der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission (überwiegend Graduate, vereinzelt Undergraduate), Förderungen des DAAD, private Stiftungen in Deutschland (etwa Begabtenförderungswerke oder Unternehmensstiftungen) und internationale Stipendienprogramme wie die Davis United World College Scholars (falls du ein UWC abgeschlossen hast).

Das Fehlen föderaler Hilfe hat noch eine weitere Folge: Federal Work-Study (ein subventionierter Campusjob) ist nicht verfügbar. Du darfst mit einem F-1-Visum bis zu 20 Stunden pro Woche auf dem Campus arbeiten (und in den Semesterferien Vollzeit), aber nur in einem regulären, nicht subventionierten Vertrag. Die Campus-Stundensätze liegen meist bei $14–18/Std. — realistisch deckst du damit $4.000–7.000 jährliche persönliche Ausgaben. Arbeit außerhalb des Campus mit einem F-1-Visum verlangt CPT oder OPT und lässt sich im ersten Jahr nicht beginnen.

Wie viel zahlt eine deutsche Familie tatsächlich für die Georgetown nach der finanziellen Unterstützung?

Die realen Georgetown-Kosten (Net Price) hängen vom Familieneinkommen und der Vermögenssituation ab — der Sticker Price von $88.000 ist nur für diejenigen relevant, die den vollen Betrag tragen. Die Verteilung der Nettokosten für Studierende, die Hilfe erhalten (bei einem Kurs von 0,92 €/USD):

  • Einkommen bis $65.000 (~60.000 €) — Georgetown deckt 90–100% der Studiengebühren und der Unterkunft. Net Price: $0–6.000/Jahr (0–5.500 €).
  • Einkommen $65.000–125.000 (60.000–115.000 €) — Georgetown deckt 70–90%. Net Price: $6.000–22.000/Jahr (5.500–20.000 €).
  • Einkommen $125.000–200.000 (115.000–185.000 €) — die Hilfe schrumpft. Net Price: $22.000–50.000/Jahr (20.000–46.000 €).
  • Einkommen über $200.000 (185.000 €+) — in der Regel ohne Hilfe. Volle Kosten ~$88.000/Jahr.

Für eine typische deutsche Familie mit mittlerem Einkommen (das Median-Bruttoeinkommen liegt 2025 bei rund 43.000–44.000 € im Jahr) können die realen Georgetown-Kosten bei $0–8.000 jährlich liegen, also 0–7.400 € — vorausgesetzt, du wirst trotz der Need-aware-Richtlinie zugelassen.

Vier Haken: need-aware filtert früher (die obigen Sätze gelten nur für bereits Zugelassene), das Vermögen zählt ebenfalls (niedriges Einkommen + eine Immobilie im Wert mehrerer Millionen = höherer EFC), der Kurs schwankt (2024 bewegte sich USD/EUR zwischen 0,86 und 0,96 — ein Puffer von 10–15% ist nötig), die Hilfe wird jedes Jahr neu verhandelt (ein besserer Job eines Elternteils = weniger Hilfe im Folgejahr).

Wie viel kostet das Leben in Washington außerhalb von Meal Plan und Wohnheim?

Washington D.C. ist eine der teuersten Städte der USA — direkt hinter New York, San Francisco und Boston. Für eine:n Studierende:n nach den ersten beiden Jahren, der:die aus dem Wohnheim auszieht und eine Wohnung mietet, bedeutet das höhere Kosten als der von der Hochschule vorgegebene Meal Plan + Wohnheim.

Reale Lebenshaltungskosten in Washington für eine:n Studierende:n:

  • Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Campusnähe (Glover Park, Burleith, Foggy Bottom): $1.400–2.000/Monat.
  • Lebensmittel: $400–600/Monat.
  • Nahverkehr (WMATA Metro): $80–100/Monat.
  • Sonstiges (Handy, Fitnessstudio, Freizeit): $200–300/Monat.

Insgesamt lebt man außerhalb des Campus für $25.000–30.000/Jahr — manchmal mehr als Meal Plan + Wohnheim (~$19.000). Hinzu kommen eine Kaution von zwei Monatsmieten und ein Co-Signer, der für eine:n internationale:n Studierende:n schwer zu organisieren ist. Viele Vermieter:innen in D.C. verlangen einen US-amerikanischen Bürgen mit nachweisbarem Einkommen oder eine Vorauszahlung mehrerer Monatsmieten, weil eine deutsche Bonität (etwa die SCHUFA) im US-System keine Rolle spielt — ein Punkt, den deutsche Familien beim Budget oft unterschätzen. Die ersten beiden Jahre wohnst du ohnehin verpflichtend auf dem Campus, also schiebst du diese Rechnung auf das dritte Jahr. Im Gegenzug — Praktika im Außenministerium, bei den Vereinten Nationen oder bei McKinsey liegen in einem 15-Minuten-Radius der U-Bahn, was die für Studierende aus Boston oder New Haven typischen Kosten für eine Sommermiete in D.C. eliminiert. Genau dieser Standortvorteil rechtfertigt für viele die höheren Lebenshaltungskosten: Wer in den Semesterferien ein bezahltes Praktikum in einer Bundesbehörde oder einem Think-Tank absolviert, wohnt bereits am Ort und spart die doppelte Miete, die Studierende von anderen Campus während eines D.C.-Praktikums tragen müssen.

Lohnt es sich, den Sticker Price der Georgetown zu zahlen, wenn du dich nicht für Hilfe qualifizierst?

Kurze Antwort: bedingt. Wenn deine Familie $88.000 jährlich aus eigener Tasche trägt (~320.000 € für den Bachelor), ergibt Georgetown vor allem dann Sinn, wenn du die Walsh School of Foreign Service anvisierst (das beste Programm für internationale Beziehungen der Welt), die McDonough School of Business oder einen politisch-juristischen Weg unter Ausnutzung der Lage in D.C.

Bei einem Budget von 230.000–350.000 € sind die Alternativen attraktiver: der Sciences Po + Columbia Dual BA, der LSE BSc International Relations (~£36.000/Jahr), die Bocconi (~16.000 €/Jahr). Der günstigste Weg mit besserem ROI ist ein Bachelor an einer deutschen Universität (etwa Politikwissenschaft oder Volkswirtschaft an einer renommierten Hochschule) + ein Master MSFS oder MA an der Georgetown mit Hilfe — der Graduate-Abschluss ist im Verhältnis günstiger und verschafft dir dasselbe Kontaktnetzwerk.

Die echte Rechtfertigung für den vollen Preis der Georgetown sind die Lage und das Netzwerk in Washington. Wenn der Plan eine Karriere im Außenministerium, bei der Weltbank, den Vereinten Nationen oder in Think-Tanks wie Brookings ist — dann ist das Kontaktnetzwerk der Georgetown praktisch nicht zu reproduzieren. Wenn du in Deutschland oder Europa bleibst, fällt dieses Argument weg. Denke auch an die Selektivität: Eine Acceptance Rate von ~12% bedeutet, dass selbst mit einem Budget von 350.000 € und einem Top-1%-Profil die Chance bei 15–20% liegt. Plane immer einen Plan B.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Georgetown University genau pro Jahr?

Der Sticker Price 2025-2026 beträgt ca. $87.000–90.000 (~80.000–83.000 € bei einem Kurs von 0,92): Studiengebühren ca. $65.000, Unterkunft und Verpflegung ca. $19.000, Versicherung und persönliche Ausgaben ca. $3.500. Reale Nettokosten nach der Hilfe für eine durchschnittlich verdienende deutsche Familie: $0–15.000/Jahr.

Ist Georgetown need-blind für Studierende aus Deutschland?

Nein. Georgetown wendet gegenüber internationalen Bewerber:innen eine Need-aware-Richtlinie an — das Beantragen von Hilfe kann die Zulassungsentscheidung beeinflussen. Nach der Zulassung versucht die Hochschule, den gesamten dokumentierten Bedarf über das Georgetown Scholarship Program zu decken, doch das internationale Budget ist begrenzt. Yale, Harvard, Princeton und MIT sind global need-blind — Georgetown nicht.

Was ist das Georgetown Scholarship Program (GSP)?

Es ist das interne bedarfsorientierte Förderprogramm — der Großteil der Hilfspakete für zugelassene Studierende (auch internationale) fließt über diesen Weg als Zuschüsse, nicht als Darlehen. Das GSP umfasst zudem Mentoring, Bücherfonds und ein Alumni-Netzwerk über das gesamte Studium hinweg.

Welche Dokumente muss ich einreichen, um finanzielle Unterstützung an der Georgetown zu erhalten?

Deutsche Bewerber:innen reichen das CSS Profile, den Steuerbescheid bzw. die Einkommensteuererklärung der Eltern, Vermögensnachweise und das Non-Custodial Profile des zweiten Elternteils ein, falls die Eltern geschieden sind. Frist: Anfang November für EA, Mitte Februar für RD. FAFSA gilt nicht für internationale Studierende — das ist ein Formular nur für US-Bürger:innen und -Residents.

Kann ein:e Studierende:r aus Deutschland einen Pell Grant an der Georgetown erhalten?

Nein. Der Pell Grant ist ein bundesstaatlicher US-Zuschuss ausschließlich für US-Bürger:innen und Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht. Deutsche qualifizieren sich auch nicht für Direct Loans, Federal Work-Study oder SEOG. Die gesamte Hilfe stammt aus dem Budget der Georgetown (GSP) oder aus privaten Quellen — Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission, DAAD.

Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten der Georgetown für eine deutsche Familie mit mittlerem Einkommen?

Für eine Familie mit einem Einkommen von 45.000–68.000 € liegen die realen Kosten nach der Hilfe meist bei $0–15.000/Jahr statt $87.000. Man muss jedoch die Need-aware-Richtlinie bedenken: Das Beantragen von Hilfe senkt statistisch die Chance. Der Net Price Calculator auf finaid.georgetown.edu erlaubt es, den Betrag vor der Bewerbung abzuschätzen.

Wie viel kostet das Leben in Washington außerhalb des Campus?

Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft (Glover Park, Foggy Bottom): $1.400–2.000/Monat. Lebensmittel: $400–600, Nahverkehr (Metro): $80–100, Sonstiges: $200–300. Insgesamt ~$25.000–30.000/Jahr — meist teurer als Meal Plan + Wohnheim. Die ersten beiden Jahre wohnst du verpflichtend auf dem Campus.

Bietet Georgetown leistungsbasierte Stipendien (merit-based) an?

Begrenzt. Im Gegensatz zu Duke (Karsh) oder Vanderbilt (Cornelius Vanderbilt Scholarship) hat Georgetown kein Flaggschiff-Volldeckungsstipendium für internationale Studierende. Die Hilfe für eine:n Deutsche:n ist praktisch bedarfsorientiert über das GSP. NCAA-Division-I-Sportstipendien existieren, aber nur für von Trainer:innen rekrutierte Athlet:innen.

Quellen

  • Georgetown — Office of Student Financial Services: finaid.georgetown.edu — COA, Net Price Calculator, Georgetown Scholarship Program, Förderrichtlinie für internationale Studierende.
  • Georgetown Undergraduate Admissions: uadmissions.georgetown.edu — Fristen, Anforderungen, eigenes Bewerbungsportal (nicht Common App).
  • CSS Profile (College Board): cssprofile.collegeboard.org — Antragsformular für finanzielle Unterstützung für internationale Studierende.
  • Federal Student Aid (Pell Grant — ausschließlich für US-Bürger:innen): studentaid.gov — Information darüber, wer sich qualifiziert (und warum ein:e deutsche:r Studierende:r es nicht tut).
  • Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission: fulbright.de — Programme, Beratung und Begleitung für Bewerber:innen.
  • DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst): daad.de — Förderprogramme und Stipendien für ein Auslandsstudium.
  • anabin / ZAB (KMK): anabin.kmk.org — Anerkennung des Georgetown-Abschlusses in Deutschland.
  • EZB — Euro-Referenzkurse: ecb.europa.eu — aktueller Kurs USD/EUR.

Nächster Schritt: Beginne mit dem vollständigen Leitfaden zur Bewerbung an der Georgetown, vergleiche die Kosten mit Yale, Harvard und Duke, oder berechne dein GPA im Rechner.

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