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Wie kommt man an die University of Tokyo (Todai)?

Studium in Asien

Todai aus Deutschland: zwei Wege — General Examination (EJU + 2nd stage auf Japanisch) und PEAK (Programs in English at Komaba, englischsprachiger Bachelor). Fristen, GLP, MEXT, ehrliche Chanceneinschätzung für deutsche Bewerber:innen.

Akamon, das rote Tor der University of Tokyo, Campus Hongo

Lead image: Wikimedia Commons

Wenn du diesen Artikel liest und denkst: „Ich versuche es, die EJU im Februar 2027 auf Japanisch zu schreiben” — halt kurz inne. Für die deutliche Mehrheit der deutschen Bewerber:innen führt der einzige realistische Weg an die University of Tokyo nicht über Japanisch. Er führt über PEAK (Programs in English at Komaba) — einen englischsprachigen Bachelor, auf den du dich bewirbst wie auf ein amerikanisches Liberal-Arts-College: SAT/ACT, TOEFL, Essays, Empfehlungen, Frist im Dezember. Das ist der Ausgangspunkt dieses Leitfadens und einer von zwei parallel laufenden Zulassungswegen der Todai, die man auf keinen Fall verwechseln darf.

Der zweite Weg — General Examination — ist die klassische japanische Zulassung, über die Todai 90 % seiner Studierenden filtert. Zwei Prüfungen: die EJU (Examination for Japanese University Admission, organisiert von JASSO) im Juni oder November und die 2nd stage examination der Todai im Februar/März. Alles auf Japanisch, faktisch verlangt wird JLPT N1. Der Weg ist theoretisch für alle offen, in der Praxis aber erst nach zwei bis drei Jahren intensiven Sprachlernens zugänglich. Für eine:n deutsche:n Bewerber:in, der das Abitur nicht mit einem N2/N1-Zertifikat abgeschlossen hat, ist das ein Plan über mehrere Jahre, nicht über einen einzigen Bewerbungszyklus.

Dieser Artikel zerlegt beide Wege bis ins Detail, ergänzt das GLP (Global Leadership Program) als Aufbau für bereits zugelassene Studierende und das MEXT-Stipendium als dritten, weniger naheliegenden Kanal — bei dem die Auswahlprüfung in Berlin, in der Japanischen Botschaft, geschrieben wird und das Stipendium die gesamten Kosten deckt. Wenn du eine breitere Perspektive auf die Hochschule suchst, geh zum Pillar-Leitfaden zur Todai. Wenn du Todai mit anderen japanischen Top-Universitäten vergleichst, lies auch Kyoto University (Kyodai) und Osaka University.

PEAK vs. General Examination — der schnelle Vergleich

PEAK (englischsprachig)

SpracheEnglisch
AufnahmetestSAT/ACT oder IB
SprachnachweisTOEFL 80+ / IELTS 6,5+
FristAnfang Dezember
StudienstartSeptember
Plätze/Jahr~30 weltweit
Annahmequote~25–30 %

General Examination

SpracheJapanisch
AufnahmetestEJU + 2nd stage Todai
SprachnachweisJLPT N1 (de facto)
BewerbungsfristJanuar–Februar
StudienstartApril
Plätze/Jahr~3.000 (gesamte Uni)
Annahmequote~34 % nach EJU

Was ist PEAK und warum ist es der Weg für die meisten Deutschen?

PEAK steht für Programs in English at Komaba — ein vierjähriger Bachelor, angeboten vom College of Arts and Sciences am Campus Komaba (im Westen Tokios). Es entstand 2012 als Antwort der Todai auf den globalen Trend zur Internationalisierung der Hochschulbildung und war das erste englischsprachige Undergraduate-Programm in der Geschichte der Universität. Du studierst in einer internationalen Gruppe (~30 Personen pro Jahrgang), mit Dozierenden, die ihre Lehrveranstaltungen auf Englisch halten, nach einem Liberal-Arts-Curriculum: Die ersten beiden Jahre bilden einen gemeinsamen Kern (Junior Division), die folgenden zwei die Spezialisierung (Senior Division) in einem von zwei Tracks.

Die beiden PEAK-Tracks sind das International Program on Japan in East Asia (Geistes- und Sozialwissenschaften — Regionalgeschichte, Politik, Kultur, Ökonomie Ostasiens) sowie das International Program on Environmental Sciences (Geowissenschaften, Ökologie, Klima, nachhaltige Entwicklung). Der erste passt zu einer:m deutschen Bewerber:in mit Interesse an Asien, Diplomatie, internationalem Journalismus oder Think-Tanks. Der zweite zu Menschen mit MINT-Neigung, die aber an der Schnittstelle von Wissenschaft und Klimapolitik arbeiten wollen.

Die PEAK-Auswahl ähnelt der amerikanischen holistischen Zulassung: Du reichst dein Zeugnis ein (das Abitur genügt), ein SAT- oder ACT-Ergebnis (bevorzugt 1400+, wenn auch nicht immer formal verlangt), TOEFL iBT mind. 80 oder IELTS mind. 6,5, zwei Essays (einer über die Motivation, in Japan zu studieren, der andere themenspezifisch für den gewählten Track), ein Empfehlungsschreiben einer Lehrkraft. Die besten Bewerber:innen werden zu einem Online-Auswahlgespräch eingeladen (~30 Min., zwei Komaba-Professor:innen). Die Entscheidung fällt Ende Januar.

Zahlen? Todai veröffentlicht offiziell keine PEAK-Statistiken, aber auf Basis der Komaba-Mitteilungen und historischer Daten schätzt man, dass sich jährlich 100–150 Personen bewerben und ca. 30 aufgenommen werden — das ergibt eine Annahmequote im Bereich von 25–30 %. Das ist deutlich höher als an amerikanischen Top-Hochschulen (Harvard ~3 %, Stanford ~4 %), aber niedriger als an den meisten europäischen staatlichen Universitäten (TU Delft ~70 %). Deutsche Studierende bei PEAK sind historisch Einzelfälle — nicht wegen einer Zulassungsbarriere, sondern weil Japan als Studienziel in Deutschland eine Nische ist.

Wie funktioniert die General Examination und wann ergibt sie für deutsche Bewerber:innen Sinn?

Die General Examination ist die japanische Standardzulassung, die 90 % der Todai-Studierenden durchlaufen — darunter die deutliche Mehrheit der Ausländer:innen aus China, Korea und Taiwan. Der Weg klingt einfach: bestehe die EJU, bestehe die 2nd stage examination, dann hast du deinen Platz. In der Praxis ist jede dieser Etappen ein harter Filter.

Die EJU (Examination for Japanese University Admission) ist eine Prüfung, die von JASSO (Japan Student Services Organization) organisiert wird und zweimal jährlich geschrieben wird — im Juni und im November — in 18 japanischen Städten und gut einem Dutzend ausländischen. Für deutsche Bewerber:innen ist das ein echter Vorteil: Berlin ist ein offizieller EJU-Prüfungsstandort, du musst also nicht eigens nach Japan reisen, um die EJU abzulegen. Vier Sektionen: Japanese as a Foreign Language (Japanisch, ~125 Min.), Mathematik (Kurs 1 für Geisteswissenschaften / Kurs 2 für Science, 80 Min.), Naturwissenschaften (Physik/Chemie/Biologie, 80 Min.) oder Japan and the World (Geografie, Geschichte, Ökonomie, 80 Min.) — je nach Studiengang. Alles auf Japanisch, abgesehen von der englischen Version von Mathematik und Naturwissenschaften (Todai verlangt für die meisten Studiengänge aber die japanische).

Die 2nd stage examination ist die hochschulinterne Prüfung der Todai, zweitägig, geschrieben im Februar/März am Campus Komaba oder Hongo. Für den Science-Track (technische Studiengänge, Medizin, Naturwissenschaften): Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Japanisch, Englisch. Für den Humanities-Track: Mathematik, Japanisch, Geografie/Geschichte, Fremdsprache. Die Punkte aus EJU und 2nd stage werden nach einer fakultätsabhängigen Gewichtung kombiniert — in der Medizin macht die 2nd stage 70 % aus, in der Literaturwissenschaft 50 %.

Für eine:n deutsche:n Bewerber:in verlangt der realistische General-Examination-Weg: zwei bis drei Jahre Japanischlernen (von null auf N1 sind es laut Japan Foundation im Schnitt 2.200 Lernstunden), einen Aufenthalt in Japan auf dem Niveau einer Sprachschule oder ein Semester an einer japanischen Oberschule, eine Vorbereitung auf die EJU (Juku-Kurse in Tokio, Online-Programme wie Tofugu, Tokyo Academics) sowie solide Mathematikkenntnisse auf dem Niveau der japanischen Oberstufe (die teilweise intensiver ist als ein deutscher Mathematik-Leistungskurs). Das ist ein Plan über mehrere Jahre, der meist über ein Gap Year in Japan umgesetzt wird. Sinnvoll nur, wenn du zu 100 % weißt, dass du auf Japanisch studieren willst — etwa für Studiengänge, die PEAK nicht abdeckt (Medizin, Jura, Maschinenbau).

Zulassungskalender 2026/27 — drei Wege parallel

Mai–Juni 2026

MEXT-Bewerbung (Botschaft Berlin)
EJU Juni-Sitzung

Juli–August 2026

MEXT-Auswahlprüfung
Gespräch Botschaft

September 2026

PEAK-Bewerbung öffnet
EJU-Anmeldung November

Oktober–November 2026

PEAK-Essays schreiben
EJU November-Sitzung

Dezember 2026

PEAK-Frist
MEXT-Entscheidung

Januar–März 2027

PEAK-Interview + Entscheidung
Todai-Bewerbung + 2nd stage
■ PEAK■ General Examination■ MEXT

Was ist das GLP — Global Leadership Program — und wie kommt man hinein?

Das GLP (Global Leadership Program), auch unter dem Namen GEfIL (Global Education for Innovation and Leadership) bekannt, ist kein eigener Zulassungsweg an die Todai. Es ist ein zweijähriger programmatischer Aufbau für bereits zugelassene Studierende — er läuft im dritten und vierten Jahr des Undergraduate-Studiums an. Die interne Bewerbung erfolgt im zweiten Jahr, ins Programm gelangen jährlich etwa 30–40 Personen aus der gesamten Jahrgangspopulation von ~3.000 Studierenden.

Was bekommst du im GLP? Erstens: zusätzliche englischsprachige Seminare — interdisziplinär, geleitet von führenden Todai-Professor:innen und Visiting Scholars aus Harvard, Yale, Cambridge. Zweitens: ein Internship-Programm (japanische Regierungsbehörden, Konzerne wie Mitsubishi oder Sony, internationale Organisationen — UN, World Bank). Drittens: eine Förderung von Auslandsaustauschen. Viertens: das GEfIL-Zertifikat, das dem Diplom beigefügt wird — eine offizielle Auszeichnung auf dem Abschlusszeugnis.

Die GLP-Auswahl findet im März des zweiten Jahres statt: Bewerbung, Essays (auf Englisch), Auswahlgespräch mit einem Professor:innen-Komitee. Kriterien: akademische Leistung (GPA des ersten Jahres), Englischkenntnisse (de facto verlangt TOEFL 100+ oder muttersprachliches Niveau), eine Idee für den eigenen globalen Werdegang. PEAK-Studierende sind im GLP überrepräsentiert — weil sie Englisch bereits mitbringen — haben aber keinen automatischen Zugang. Für eine:n deutsche:n Bewerber:in ist das GLP besonders attraktiv, weil es die Wiedererkennbarkeit des Diploms außerhalb Japans erhöht — dort, wo das Todai-Diplom allein manchmal mit weniger renommierten asiatischen Hochschulen verwechselt wird.

Wie bewirbt man sich aus Deutschland um das MEXT-Stipendium?

MEXT (Monbukagakusho — das japanische Bildungsministerium) ist das Flaggschiff-Stipendium der japanischen Regierung, verteilt über die Botschaften. In Deutschland läuft die Bewerbung über die Japanische Botschaft in Berlin (Hiroshimastraße 6); für Bewerber:innen aus dem Süden und Westen sind teils auch die Generalkonsulate (z. B. München, Frankfurt, Düsseldorf) Anlaufstelle. Drei Hauptmodi für deutsche Studierende: Undergraduate (für Abiturient:innen), Research (für Studierende nach dem Bachelor, die einen Master/PhD an der Todai anstreben) sowie Specialized Training College (berufsbezogene Studiengänge — seltener gewählt).

Was deckt MEXT? Studiengebühren (vollständig — JPY 535.800/Jahr entfallen), einen Hin- und Rückflug (Frankfurt/Berlin–Tokio), ein Lebenshaltungsstipendium von JPY 117.000/Monat (~640 €/Monat beim Kurs ~0,0055 €/JPY), eine Grundkrankenversicherung. In der Praxis heißt das, dass ein Studium an der Todai mit MEXT für eine:n deutsche:n Studierende:n kostenlos ist und das Lebenshaltungsstipendium ein bescheidenes Budget in Tokio voll abdeckt (Wohnheim Komaba/Mitaka, Essen in der Universitätsmensa, Fahrten mit der Yamanote Line). MEXT-Studierende müssen allerdings zuerst ein Vorbereitungsjahr Japanisch absolvieren (an der Tokyo University of Foreign Studies oder der Osaka University), sofern sie nicht bereits ein bestätigtes N1 haben — das verlängert das Studium von 4 auf 5 Jahre.

MEXT-Bewerbungskalender 2026: Ausschreibung im Mai 2026, Einreichung der Unterlagen bis Ende Juni 2026, schriftliche Prüfung (Mathematik, Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften, Japanisch, Englisch) Anfang Juli in der Botschaft in Berlin, Auswahlgespräch Ende Juli, Empfehlung der Botschaft im August, MEXT-Entscheidung in Tokio im Dezember, Studienstart im April 2027 (mit Japanisch-Vorbereitungsjahr) oder im Oktober 2027. Anzahl der Plätze für Deutsche: eine niedrige zweistellige Zahl pro Jahr über alle Modi hinweg — die Auswahl ist eng, aber die langjährige Statistik zeigt, dass Bewerber:innen mit starken Leistungskursen (Mathematik + zwei fachbezogene) und Japanischkenntnissen wenigstens auf N3-Niveau reelle Chancen haben.

Welche Sprachvoraussetzungen gibt es — Englisch, Japanisch, Deutsch?

Für PEAK sind die Sprachvoraussetzungen eindeutig: TOEFL iBT mind. 80 oder IELTS mind. 6,5 (Academic). Englische Muttersprachler:innen sind vom Test befreit, aber ein:e deutsche:r Bewerber:in — selbst von einer bilingualen Schule — muss ein Ergebnis vorlegen. Für PEAK gibt es keine Japanisch-Anforderung (Todai bietet PEAK-Studierenden ab dem ersten Jahr aber kostenlose Japanischkurse an — die meisten nehmen sie). Ein deutsches Sprachzertifikat (Cambridge FCE/CAE, Englisch-Leistungskurs im Abitur) ersetzt TOEFL/IELTS nicht.

Für die General Examination ist das Japanisch-Niveau nie formal als „JLPT N1” festgeschrieben, aber es ist de facto das verlangte Mindestniveau, weil das gesamte Studium (Vorlesungen, Lehrbücher, schriftliche Arbeiten, Prüfungen) auf Japanisch stattfindet. Ein:e typische:r General-Examination-Studierende:r aus dem Ausland hat N1 vor der Bewerbung oder im ersten Vorbereitungsjahr bestanden. Die EJU misst Japanisch separat (Sektion Japanese as a Foreign Language); Todai erwartet für Bewerber:innen auf Top-Studiengänge (Medizin, Jura, Ökonomie) ein Ergebnis von 300+ von 400.

Deutsch als Muttersprache beeinflusst die Todai-Zulassung nicht — die Universität differenziert Ausländer:innen nicht nach Herkunftsland. Alle Dokumente (Zeugnis, Notenübersicht) müssen von einem vereidigten Übersetzer ins Englische (für PEAK) oder Japanische (für die General Examination) übersetzt werden. Übersetzungen mit englischer Apostille werden von Todai ohne zusätzliche konsularische Beglaubigung akzeptiert. Für die formale Einordnung deines Abiturs hilft die Datenbank anabin der KMK/ZAB: Sie dokumentiert, wie das deutsche Abitur international als Hochschulzugangsberechtigung verortet wird — eine nützliche Referenz, wenn du Todai die Vergleichbarkeit deines Abschlusses erklären musst.

Wie stehen die realen Chancen einer:s deutschen Bewerber:in an der Todai?

Brutal ehrlich: PEAK ist eine reale Option, die General Examination ist ein Plan über 3+ Jahre, MEXT ist eine Lotterie mit positiver Erwartung.

Bei PEAK hat ein:e deutsche:r Bewerber:in mit starkem akademischem Profil (Abitur mit Schnitt 1,3 oder besser bzw. mehrere Leistungskurse im Top-Bereich, SAT 1450+ oder IB 38+, TOEFL 100+, ein authentischer Essay über die Motivation, in Japan zu studieren) Chancen im Bereich von 30–40 % — also über dem Durchschnitt des Bewerber:innen-Pools, denn west- und mitteleuropäische Bewerber:innen sind dort eine Seltenheit und das PEAK-Komitee sucht aktiv nach geografischer Vielfalt. Die schwächsten Profile (Abitur im mittleren Bereich, kein SAT, Motivation „weil Japan cool ist”) fallen schon beim ersten Sieben der Unterlagen heraus.

Bei der General Examination hat ein:e deutsche:r Bewerber:in ohne vorherige Japanischkenntnisse im Zyklus 2026/27 praktisch keine Chance — das ist ein Plan für 2027/28 oder 2028/29, nach einem Vorbereitungsjahr in Tokio (z. B. ISI Language School, Naganuma School). Mit Japanisch auf N2-Niveau und einem EJU-Ergebnis von ~280/400 sind die Chancen mittelmäßig, mit N1 und 320+ — hoch für die meisten Studiengänge außer Medizin.

MEXT Undergraduate für Deutsche: Von den jährlichen Bewerbungen bei der Botschaft werden nur einige wenige Undergraduate-Stipendien plus eine ähnliche Zahl an Research-Stipendien vergeben. Entscheidend sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung (Mathematik und Naturwissenschaften werden für den Science-Track besonders gewichtet) sowie das Auswahlgespräch — die Botschaft sucht Personen mit einem Forschungsplan (Research) oder mit einem authentischen Interesse an Japan (Undergraduate), kein allgemeines „Ich will Asien bereisen”. Deutsche Preisträger:innen von Fachwettbewerben (Mathematik-Olympiade, Bundeswettbewerb Mathematik, Jugend forscht) haben historisch die höchste Annahmequote.

Der Wert eines Todai-Diploms in Deutschland und Europa: niedriger als Oxford oder ETH Zürich, aber höher als an den meisten westeuropäischen staatlichen, nicht-angelsächsischen Hochschulen. Für Arbeitgeber im Technologiesektor (Toyota, Sony, Honda — mit großen Werken und Niederlassungen in Deutschland und der EU) ist ein Todai-Diplom ein sofortiges Kompetenzsignal. Für die Wissenschaft — Todai ist global wiedererkennbar (QS #28), Absolvent:innen haben reelle Chancen auf einen PhD in den USA oder Europa.

Jährliche Studienkosten an der Todai (EUR, Kurs ~0,0055 €/JPY)

PositionJPYEUR
Studiengebühr535.800~2.950 €
Aufnahmegebühr (einmalig)282.000~1.550 €
PEAK-Bewerbungsgebühr~17.000~95 €
Wohnheim / Miete (12 Mon.)600.000–840.000~3.300–4.600 €
Essen + Transport (12 Mon.)600.000–840.000~3.300–4.600 €
Insgesamt erstes Jahr~2.035.000–2.515.000~11.200–13.800 €
Mit MEXT-Stipendium00 € (+ ~640 €/Mon.)
Quelle: u-tokyo.ac.jp/students/financial-support/tuition + JASSO. Kurs JPY-EUR ~0,0055 €/JPY (April 2026, der Jahresdurchschnitt schwankt zwischen 0,0053–0,0055).

Welche Dokumente muss man vorbereiten und in welcher Reihenfolge?

Unabhängig vom Weg umfasst die Mindest-Bewerbungsmappe der Todai: das Abiturzeugnis mit Apostille, die Notenübersicht der Oberstufe (3 Jahre), eine Kopie des Reisepasses, ein Empfehlungsschreiben (1 für PEAK, 0–1 für die General Examination — Todai legt mehr Gewicht auf die Prüfungen als auf Empfehlungen), ein Passfoto.

Für PEAK kommen hinzu: ein SAT- oder ACT-Score-Report (bevorzugt SAT 1400+ mit besonderem Augenmerk auf die Math-Sektion für den Environmental-Sciences-Track), TOEFL iBT oder IELTS Academic (offizieller Score-Report von ETS oder British Council, direkt an Todai geschickt), zwei Essays (je 600–800 Wörter — Thema 1: Why Tokyo, Thema 2: eines der vom Fachbereich vorgegebenen), ein kurzes Writing Sample oder Research Proposal (optional für Environmental Sciences). Die Bewerbung wird online über das Todai-PEAK-Portal eingereicht, die Gebühr beträgt ca. JPY 17.000 (~95 €).

Für die General Examination kommen hinzu: das EJU-Ergebnis (Todai bezieht es direkt von JASSO, du schickst kein Papier), das JLPT-Ergebnis (empfohlen N1, formal als „ausreichend für das Studium” festgeschrieben), ein Aufenthaltsnachweis für Japan (falls du mit Visa-Track an einer japanischen Sprachschule bewirbst) sowie das Anmeldeformular für die 2nd stage examination. Einige Fachbereiche (Medizin, Jura, Agronomie) verlangen zusätzliche Dokumente — prüfe das auf der Seite des jeweiligen Fachbereichs.

Für MEXT ist die Liste am längsten: alle Todai-Dokumente plus das Bewerbungsformular der Japanischen Botschaft, ein ärztliches Attest auf den Formularen der Botschaft (Untersuchung bei der Hausärztin / dem Hausarzt), 6 Passfotos, eine Kopie des Abiturzeugnisses (falls bereits ausgestellt — andernfalls eine Bescheinigung der Schule über den voraussichtlichen Abitur-Termin), ein Lebenslauf auf Englisch, ein Studienplan (300–500 Wörter auf Englisch — was du studieren willst und warum). Alle Dokumente werden persönlich oder per Kurier bei der Botschaft in Berlin eingereicht.

Prüfe dein eigenes Abitur auf die Vergleichbarkeit mit den japanischen Anforderungen — in unserem GPA-Rechner rechnest du die deutsche Notenskala 1–6 (oder die Punkte der Oberstufe) in die vierstufige GPA um, die in der Kommunikation mit Todai verwendet wird. Die meisten deutschen PEAK-Bewerber:innen landen im Bereich 3,5–4,0/4,0 GPA — das ist ein konkurrenzfähiges Niveau.

Quellen

Der Artikel basiert auf den offiziellen Dokumenten der University of Tokyo (u-tokyo.ac.jp/admissions, Abschnitte PEAK und Undergraduate), der EJU-Ordnung von JASSO, der MEXT-Zulassungsdokumentation der Japanischen Botschaft in Berlin sowie den öffentlichen Mitteilungen des College of Arts and Sciences Komaba. Alle Angaben zu Studiengebühren, Gebühren und Fristen beziehen sich auf den Zyklus 2026/27 und können sich ändern — prüfe stets die aktuelle Fassung auf u-tokyo.ac.jp/en/prospective-students, bevor du deine Bewerbung einreichst. Der Wechselkurs JPY-EUR wurde mit ~0,0055 €/JPY angesetzt (Durchschnitt April 2026, EZB-Referenzkurs); der reale Kurs am Tag der Zahlung kann um 5–10 % abweichen. Die vollständige Quellenliste — siehe sources im Frontmatter oben.

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