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Englischsprachig studieren in Deutschland 2026

Study Abroad

2.000+ englische Studiengänge: TUM (QS #22), RWTH, KIT, Heidelberg, Mannheim. €0 Studiengebühren, TOEFL iBT 88+ / IELTS 6,5+ – Leitfaden für Abiturienten.

Studierende auf einem modernen deutschen Universitätscampus mit englischsprachigen Studiengängen

Lead image: Wikimedia Commons

Ein Mittwochnachmittag in Aachen, wenige Hundert Meter von der niederländischen Grenze: Ein Master-Seminar in Maschinenbau an der RWTH geht zu Ende. Der Dozent ist Deutscher, zwei der Kommilitonen neben dir sind Deutsche – und kein einziges Wort der vergangenen neunzig Minuten war Deutsch. Die Folien, die Diskussion, das Problem Set für Freitag – alles auf Englisch. Das ist kein Ausnahmeseminar, kein internationales Austauschprogramm, kein Pilot. Es ist der normale Lehrbetrieb in einem von über 2.000 vollständig englischsprachigen Studiengängen, die deutsche Hochschulen heute regulär anbieten. Wer als Abiturientin oder Abiturient sein Studium auf Englisch absolvieren möchte, muss dafür nicht ins Ausland – das eigene Land hat die Option längst aufgebaut.

Das Wesentliche zuerst. Deutschland zählt laut der DAAD-Datenbank International Programmes und study-in-germany.de mehr als 2.000 vollständig englischsprachige Studiengänge, die große Mehrheit auf Master-Ebene. Sie werden von Anfang bis Ende auf Englisch unterrichtet, kosten €0 Studiengebühren an staatlichen Hochschulen in 15 von 16 Bundesländern (dazu kommt ein Semesterbeitrag von €150–€350), und zur Zulassung braucht man TOEFL iBT 88+ oder IELTS 6,5+ statt eines Deutschzertifikats. Der Haken liegt nicht im Geld und nicht in der Sprache: Das Angebot ist ungleich verteilt – tief auf Master-Ebene und in MINT sowie BWL, dünner im Bachelor und außerhalb dieser Felder. Wer weiß, wo er sucht, findet hier einen der besten Deals im europäischen Hochschulsystem.

Dieser Leitfaden ergänzt den übergeordneten Leitfaden zum Studium in Deutschland um eine gezielte Antwort auf eine Frage: Wie sieht englischsprachiges Studium in Deutschland konkret aus, an welchen Hochschulen und in welchen Fächern, was kostet es, welcher Englischtest ist nötig – und wie entscheide ich zwischen englisch- und deutschsprachigem Studiengang?

Englischsprachige Studiengänge in Deutschland – Eckdaten 2025/2026

2.000+
Vollständig englischsprachige Studiengänge
Überwiegend Master; kleinerer, wachsender Bachelor-Katalog
€0
Studiengebühren staatliche Hochschulen / Jahr
Plus Semesterbeitrag €150–350, oft mit Nahverkehrsticket
88+
TOEFL iBT zur Zulassung
Oder IELTS 6,5+; Top-Programme wollen 100+ / 7,0+
22
QS-Weltrang TUM 2026
Beste Uni der EU; Dutzende englische Master-Programme
Viele
Englische Tracks sind zulassungsfrei
Kein Numerus Clausus – Zulassung nach formalen Voraussetzungen
15 von 16
Bundesländer ohne Studiengebühren
Ausnahme: Baden-Württemberg €1.500/Semester für Nicht-EU

Quellen: DAAD International Programmes; study-in-germany.de; QS World University Rankings 2026.

Was „englischsprachig” im deutschen Hochschulsystem bedeutet

Das deutsche Hochschulsystem ist von Haus aus deutschsprachig – jahrzehntelang gab es für Nicht-Deutschsprachige allenfalls ein paar Hundert Programme. Was sich geändert hat, war eine bewusste Entscheidung: In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben deutsche Hochschulen auf Drängen des DAAD und des Bundes eine parallele Schicht benannter Programme aufgebaut, die vollständig auf Englisch unterrichten. Das Ergebnis ist die viel zitierte 2.000-plus-Zahl – aber sie beschreibt eine Menge von Programmen, keine englischsprachigen Universitäten.

Diese Unterscheidung ist im Alltag wichtig. Du wählst nicht „eine englische Universität” wie in Großbritannien oder zunehmend den Niederlanden; du wählst ein englischsprachiges Programm, das einer ansonsten deutschsprachigen Hochschule angehört. Das Studium läuft auf Englisch, aber Campus, Verwaltung, die Kneipe nebenan und die Stadt drumherum laufen auf Deutsch. Das Studium stellt keine Anforderungen an dein Deutsch – der Alltag dagegen sehr. Diese Lücke ist die am häufigsten unterschätzte Tatsache auf diesem Weg, und wir kommen weiter unten darauf zurück.

Das Angebot ist außerdem nach Studienstufe und Fach ungleich verteilt, was man verinnerlicht haben sollte, bevor man zu suchen beginnt. Es ist tief auf Master-Ebene und dünn im Bachelor. Es ist tief in Ingenieurwesen, Informatik, Naturwissenschaften, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und BWL – Fächer, in denen Englisch bereits internationale Arbeitssprache ist – und dünn in Jura, Lehramt, einem Großteil der Geisteswissenschaften und allem, was an eine deutsche Berufslizenz geknüpft ist. Vor der Verliebtheit in „auf Englisch in Deutschland studieren” sollten also zwei Fragen geklärt sein: Ist das eigene Fach überhaupt im englischen Katalog vertreten, und auf welcher Ebene? Für die meisten Interessierten lautet die ehrliche Antwort: Der Master-Weg ist weit offen, der Bachelor-Weg nur einen Spalt breit.

Wo die englischen Programme wirklich sind

Wer die 2.000-plus-Zahl als einen einzigen Pool behandelt, versinkt darin. Der sinnvollere Einstieg ist, direkt zu den Hochschulen zu gehen, die große, etablierte englische Kataloge unterhalten – dort konzentrieren sich Tiefe, Reputation und der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Tabelle unten bündelt die stärksten englischsprachigen Hochschulen nach Profil und englischem Angebot; der QS-Rang zeigt die Gesamtreputation, ist aber kein Ranking englischer Programme.

TU München (QS #22, beste Uni der EU) ist der naheliegendste Ausgangspunkt: Die TUM bietet Dutzende englischsprachige Master in Informatik, Ingenieurwesen, Data Science, Management und Naturwissenschaften sowie einige englische Bachelor und nimmt Bewerbungen über ein eigenes Portal statt über uni-assist an. Die RWTH Aachen, größte technische Universität des Landes, und das KIT in Karlsruhe – das „MIT Deutschlands” – sind die beiden großen Engineering-Institutionen mit umfangreichen englischen Master-Katalogen, die direkt in die deutsche Industrie münden. Die Uni Heidelberg, älteste Hochschule Deutschlands, verankert das englische Angebot in den Lebenswissenschaften und betreibt internationale Master in unmittelbarer Nähe zu EMBL und DKFZ. Die Universität Mannheim ist Deutschlands führende Wirtschafts- und Sozialwissenschaftshochschule und besonders englischfreundlich, mit englischen Mastern in Management, Wirtschaftswissenschaften und Data Science. Die drei großen Berliner Universitäten – Freie Universität, Humboldt und die TU Berlin – haben breite englische Kataloge in Natur-, Sozialwissenschaften und Ingenieurwesen; die TU Berlin unterhält zudem einen für eine deutsche TU ungewöhnlich großen englischen Bachelor-Katalog. Wer einen vollständig englischen Bachelor im US-Stil sucht, findet ihn auf dem Privatschulpfad: Constructor University in Bremen und die Frankfurt School of Finance & Management unterrichten komplett auf Englisch, erheben dafür aber echte Studiengebühren.

Die stärksten englischsprachigen Hochschulen Deutschlands – Profil und englisches Angebot (QS World University Rankings 2026)
QS '26HochschuleEnglisches Angebot & Stärken
22Technische Universität München (TUM)Dutzende englische Master in Informatik, Ingenieurwesen, Data Science, Management · einige englische BSc · Bewerbung direkt, nicht uni-assist · beste Uni der EU
105RWTH AachenGrößte technische Universität · tiefer englischer Master-Katalog im Ingenieurwesen · direkte Pipeline in die deutsche Industrie
98Karlsruher Institut für Technologie (KIT)„Deutschlands MIT" · englische Master in Ingenieurwesen, Informatik, Energie und KI · Hochschule + Forschungszentrum
80Universität HeidelbergÄlteste Uni Deutschlands (1386) · englische Master in Lebenswissenschaften und Physik · EMBL und DKFZ vor der Tür
B/EUniversität MannheimDeutschlands Top-Adresse für BWL und Wirtschaftswissenschaften · englische Master in Management, Economics, Data Science · sehr international
145Technische Universität BerlinIngenieurwesen, Robotik, KI, Telekommunikation · für eine deutsche TU ungewöhnlich großer englischer BSc-Katalog
88Freie Universität Berlin (FU)Sozial- und Geisteswissenschaften · englische Master in Internationale Beziehungen, Biologie, Data Science
130Humboldt-Universität zu Berlin (HU)Forschungstradition · englische Master in Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften · zentrale Lage
58LMU MünchenBreite Forschungsuniversität · selektive englische Master in Naturwissenschaften, Wirtschaft und Geisteswissenschaften
ENGTU DarmstadtStarke Ingenieurs- und Informatik-TU · wachsendes englisches Master-Angebot in der Nähe des Frankfurter Arbeitsmarkts
PRIVConstructor University BremenPrivat, vollständig englischsprachig · US-Stil Bachelor und Master · Studiengebühren €18.000–€30.000/Jahr
PRIVFrankfurt School of Finance & ManagementPrivate Business School · englische Bachelor und Master in Finance und Management · mit Studiengebühren
QS World University Rankings 2026 (Gesamtposition, kein Ranking englischer Programme); B/E und ENG markieren Felder, die führen, ohne vergleichbare Gesamtzahl; PRIV = privat, gebührenpflichtig, vollständig englischsprachig. Englische Kataloge laut DAAD International Programmes und offiziellen Hochschulseiten, 2025/26. Unterrichtssprache und Gebühr auf der konkreten Programmseite für das eigene Eintrittsjahr überprüfen.

Zwei parallele Wege ergänzen das Bild. Die Fachhochschulen und HAW (Hochschulen für Angewandte Wissenschaften) bieten einen wachsenden Bestand englischsprachiger, praxisorientierter Studiengänge mit integrierten Praxisphasen an – solide, arbeitsmarktrelevante Optionen in Ingenieurwesen, IT und International Business, oft leichter zugänglich als die Forschungsuniversitäten. Und die wenigen privaten englischsprachigen Hochschulen oben sind die Ausnahmen, bei denen ein deutscher Abschluss nicht kostenlos ist – dafür gibt es kleine Klassen und ein garantiert englisches Umfeld.

Die Master-lastige Realität – und wie man sie nutzt

Die wichtigste strukturelle Tatsache über diesen Weg ist klar zu benennen: Das englischsprachige Angebot konzentriert sich auf Master-Ebene. Die Gründe dafür leuchten ein: Master-Studiengänge sind kürzer, spezialisierter und von Natur aus internationaler, weshalb ihr Aufbau auf Englisch unkompliziert ist und die globale Nachfrage groß ist; Bachelor-Studiengänge sind länger, breiter angelegt und historisch die Kernlandschaft deutschsprachiger Lehre. Die Zahlen spiegeln das wider – die große Mehrheit der über 2.000 englischen Programme sind Master, englische Bachelor eine kleinere, wenn auch wachsende Gruppe mit Schwerpunkt auf International Business, Ingenieurwesen und Sozialwissenschaften.

Diese Struktur hat eine klare strategische Konsequenz. Wer kein Deutsch spricht, findet im englischen deutschen Master einen der werthaltigsten Postgraduierten-Abschlüsse überhaupt: ein weltweit anerkanntes, EU-konformes Studium, vollständig auf Englisch, für €0 Studiengebühren plus Lebenshaltungskosten. Die sinnvolle Sequenz: Bachelor zu Hause oder in einem anderen englischsprachigen System, dann Master in Deutschland. Weil das Master-Angebot so viel breiter ist, findet man sein genaues Fach auf Englisch fast immer irgendwo im deutschen System – die Hürde verschiebt sich von „Gibt es das überhaupt auf Englisch?” zu „Welche Hochschule, welche Stadt?”

Wer dagegen auf einen englischen Bachelor in Deutschland setzt, kann das realisieren – aber der Suchraum ist enger und die Strategie anders. Erste Adressen sind die TU Berlin und technische Hochschulen für englische BSc im Ingenieurwesen, Mannheim und die Business Schools für International Business sowie die privaten Hochschulen (Constructor Bremen, Frankfurt School, Bard College Berlin) für vollständige englische Liberal-Arts- oder Finance-Bachelor. Entweder akzeptiert man ein kleineres Menü an staatlichen Hochschulen oder zahlt private Studiengebühren für ein vollständig englisches Umfeld. Wer einen Vergleich braucht, falls das Bachelor-Angebot zu schmal wirkt: Unser Niederlande-Leitfaden stellt das andere große kontinentale System mit einem tiefen englischen Bachelor-Katalog vor.

Kosten – englischsprachig studieren ist (fast immer) kostenlos

Das Beste an einem englischsprachigen Studium in Deutschland: Es kostet nicht extra. Das €0-Studiengebühren-Modell gilt für englisch- und deutschsprachige Programme gleichermaßen an staatlichen Hochschulen in 15 von 16 Bundesländern. Was du zahlst, ist der Semesterbeitrag, ein Verwaltungsbeitrag von €150–€350, der meist ein Nahverkehrsticket einschließt; in Nordrhein-Westfalen, dem Heimatland der RWTH Aachen und mehrerer großer englischfreundlicher Hochschulen, deckt dieser Beitrag den ÖPNV in einer Region mit 18 Millionen Menschen ab. Die einzige öffentliche Ausnahme ist Baden-Württemberg, das von Nicht-EU-Studierenden €1.500 pro Semester erhebt – ein englischsprachiger Master am KIT, in Heidelberg, Freiburg, Tübingen oder Stuttgart kostet Nicht-EU-Studierende also rund €3.000 pro Jahr, während EU-Studierende nichts zahlen.

Die Ausnahmen, bei denen ein englischer Abschluss wirklich kostenpflichtig ist, sollte man kennen. Private englischsprachige Hochschulen – Constructor University Bremen, Frankfurt School, CBS Köln, Bard College Berlin – erheben Gebühren von etwa €18.000–€30.000 pro Jahr, weil sie kleine US-Stil-Programme außerhalb des öffentlichen Systems betreiben. Einige Executive- oder MBA-Programme an staatlichen Hochschulen sind ebenfalls gebührenpflichtig. Überall sonst bestehen die Kosten eines englischsprachigen deutschen Abschlusses aus Lebenshaltungskosten und kaum mehr.

Kosten auf einen Blick

Nur Studiengebühren, 2025/26. Dazu kommen Lebenshaltungskosten von rund €11.000–€16.000/Jahr, ausführlich im Deutschland-Hauptleitfaden.

RouteStudiengebührenAnmerkungen
Englischsprachig, staatliche Hochschule (die meisten Bundesländer)€0 + €150–€350 SemesterbeitragBachelor und Master; der Standardfall
Englischsprachig, Baden-Württemberg, Nicht-EU€1.500 / SemesterKIT, Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Stuttgart; EU €0
Englischsprachiger Master (staatlich)€0 + SemesterbeitragWo der Katalog am tiefsten ist
Private englischsprachige Hochschule€18.000–€30.000 / JahrConstructor Bremen, Frankfurt School, CBS, Bard Berlin
Executive / MBA (einige)Programmspezifische GebührAuf der konkreten Programmseite prüfen

Quellen: study-in-germany.de; DAAD; offizielle Hochschulgebührenseiten, 2025/26. Genaue Zahl auf der Programmseite für das eigene Eintrittsjahr überprüfen.

Der Englischnachweis – welchen Testwert du wirklich brauchst

Jedes englischsprachige Programm verlangt zur Zulassung ein Englischzertifikat; die Schwelle genau zu kennen, spart einen verlorenen Bewerbungszyklus. Der Standardanspruch liegt bei TOEFL iBT 88+ oder IELTS Academic 6,5+. Die kompetitivsten Ingenieur- und BWL-Tracks – vor allem an TUM, RWTH und Mannheim – liegen höher, häufig TOEFL 100+ oder IELTS 7,0+. Manche Programme akzeptieren außerdem Cambridge C1 Advanced oder den Duolingo English Test, aber die akzeptierte Liste variiert je Hochschule – also die Sprachanforderung auf der konkreten Programmseite nachlesen, nicht raten.

Es gibt eine häufige Ausnahme: Wer seinen Vorbildungsabschluss vollständig auf Englisch an einer anerkannten Einrichtung absolviert hat, bekommt den Test an vielen deutschen Hochschulen erlassen. Das ist großzügig, aber nicht universell, und der verlangte Nachweis – ein Medium-of-Instruction-Letter, ein Vermerk im Transcript – ist je Hochschule verschieden. Vor dem Verzicht auf den Test pro Programm schriftlich bestätigen lassen.

Wer sich auf den TOEFL vorbereitet, profitiert von strukturiertem Üben gegen ein realistisches Scoring-System mehr als von bloßen Stunden. Unsere TOEFL-App bietet vollständige Übungssektionen mit KI-bewerteten Speaking- und Writing-Aufgaben – das Äquivalent eines Probeexamens von zu Hause. Aus unserer Beratungserfahrung brauchen die meisten Studierenden acht bis vierzehn Wochen gezielter Arbeit, um von einem Ausgangswert um die 70 in das 100+-Band zu kommen, das Deutschlands kompetitivste englische Programme zunehmend verlangen. Wer noch zwischen den beiden großen Englischtests schwankt: Unser TOEFL-versus-IELTS-Leitfaden vergleicht beide für europäische Zulassungen.

Einige englischsprachige Programme – besonders an technischen Hochschulen – honorieren oder verlangen außerdem den TestAS, einen standardisierten akademischen Eignungstest auf Englisch, der eine schwächere Schulnote ausgleichen kann. Er ist kein Sprachtest; er misst Denkvermögen, nicht Sprachkompetenz. Unser TestAS-Leitfaden erklärt, wann er sich lohnt und wie die Fachmodule funktionieren.

Zulassung – der Bewerbungsweg für englischsprachige Programme

Der Ablauf entspricht dem allgemeinen deutschen System, mit einem Suchschritt davor. Start in der DAAD-Datenbank International Programmes, nach Englisch als Unterrichtssprache filtern, dann jede Programmseite nach Gebühren, Fristen und Voraussetzungen lesen. Von dort bewerben sich die meisten über uni-assist, das Dokumente prüft, durch die Anabin-Datenbank läuft und an die gewählten Hochschulen weiterleitet; die Gebühr beträgt €75 für die erste und €30 für jede weitere Hochschule. Einige Hochschulen – darunter die TUM – nehmen Bewerbungen direkt über eigene Portale an; das steht auf der Programmseite.

Die einzureichten Dokumente sind standardisiert: Hochschulzugangsberechtigung (ggf. übersetzt und beglaubigt), Transcripts, das Englischzertifikat, Lebenslauf und, wo verlangt, ein Motivationsschreiben. Fristen sind in der Regel der 15. Juli für das Oktober-Wintersemester und der 15. Januar für das April-Sommersemester – einzelne Programme schließen früher, immer prüfen.

Wichtig zu verstehen ist der Numerus Clausus (NC), denn genau hier haben englischsprachige Programme einen stillen Vorteil. Der NC ist eine Notenhürde, die für überlaufene Fächer gilt – Medizin, Psychologie, die begehrtesten deutschsprachigen Programme – und die sich jede Runde nach der Nachfrage neu setzt. Aber ein erheblicher Teil der englischsprachigen Ingenieur-, Natur- und Geisteswissenschafts-Master ist zulassungsfrei: kein NC, Zulassung für alle, die die formalen Voraussetzungen erfüllen. Sie konkurrieren nicht gegen den gesamten deutschen Bewerberjahrgang. Das macht einen starken, NC-freien englischen Master an der RWTH, am KIT oder einer Berliner Universität zu einem der zugänglichsten Wege in einen weltklasse deutschen Abschluss – selber Abschluss, selber Arbeitsmarkt, ohne alles an eine Zahl zu knüpfen, die jedes Semester driftet.

Aus der College Council-Beratung. Der Fehler, den wir am häufigsten korrigieren: „Englisch studieren in Deutschland” als eine einzige Entscheidung zu behandeln. Es sind zwei: Studienstufe und Fach. Wir erleben Familien, die sich auf einen englischen Bachelor in einem Fach fixieren, das deutschlandweit vier Programme hat – während derselbe Studierende zwei Jahre später dreißig englische Master-Optionen im identischen Fach hätte. Entscheide zuerst, ob du einen Bachelor oder Master anstrebst; das verändert die gesamte Shortlist.

Englischsprachig vs. Deutschsprachig – der ehrliche Vergleich

Die eigentliche Entscheidung, vor der die meisten stehen, ist nicht welches englische Programm, sondern: Englisch studieren oder Deutsch lernen. Der aufrichtige Vergleich:

Englischsprachiger WegDeutschsprachiger Weg
SprachnachweisTOEFL iBT 88+ / IELTS 6,5+TestDaF TDN 4 / DSH-2 / C1-Zertifikat
Zeitbedarf bis StudienbeginnWochen bis einige Monate ab solider Basis12–18 Monate Intensivkurs von null
FachwahlBreit im Master; enger im BachelorDas gesamte deutsche System, jedes Fach
Studiengebühren€0 staatlich (privat €18k–€30k)€0 staatliche Hochschulen
AlltagLäuft auf Deutsch – A2–B1 dringend empfohlenDeutschkenntnisse integriert
Ideal fürMINT, BWL, jeder Master auf EnglischLangfristiger Aufenthalt; Fächer nur auf Deutsch

Quellen: DAAD; study-in-germany.de; offizielle Sprachanforderungen der Hochschulen, 2025/26.

So löst sich die Entscheidung meist auf: Wenn das eigene Fach gut auf Englisch vertreten ist – Ingenieurwesen, Informatik, Naturwissenschaften, Wirtschaft, BWL – und vor allem wenn es ein Master sein soll, ist der englische Weg klar überlegen. Er erfordert kürzer Vorbereitung, kostet denselben €0 und führt zu einem identischen Abschluss mit identischem Arbeitsmarktzugang. Wenn das Fach nur auf Deutsch angeboten wird (Jura, Lehramt, ein Großteil der Geisteswissenschaften, alles mit deutschem Berufslizenzanspruch) oder ein dauerhaftes Leben in Deutschland das Ziel ist, lohnen die 12–18 Monate für C1 – sie öffnen das gesamte System und integrieren deutlich schneller. Die Studierenden, die in Deutschland am meisten aus ihrem Studium machen, studieren auf Englisch, wo ihr Fach es erlaubt – und lernen parallel ernsthaft Deutsch, sodass bis zum Abschluss die Sprache nicht mehr das Hindernis zwischen ihnen und einem Job ist.

Wie College Council hilft

Englischsprachiges Studium in Deutschland ist genau die Art von Thema, das von außen schwer zu überblicken ist: Das Angebot ist auf Master-Ebene tief und im Bachelor dünn, dieselbe Hochschule erhebt in einem Bundesland €0 für einen englischen Abschluss und im nächsten €1.500 pro Semester, und die über 2.000 Programme sind über eine Datenbank verteilt, die nicht anzeigt, welche zulassungsfrei sind oder in deinem Fach wirklich einen guten Ruf haben. Genau diese Details erarbeiten wir mit Studierenden – auf Basis derselben Hochschuldaten, die diesen Leitfaden speisen. Jede deutsche Hochschule ist in unserem Atlas, mit Standort, Programmen und Zulassungsdaten, neben Zehntausenden weiterer Hochschulen weltweit. Starte mit einem kostenlosen College Council-Konto und prüfe dein Profil in unserem Chancen-Tool, um zu sehen, welche englischsprachigen deutschen Programme – und welche Alternativen in Europa – wirklich zu dir passen.

Auf der Testseite: Jeder englischsprachige Weg nach Deutschland läuft über einen starken TOEFL- oder IELTS-Score. Unsere TOEFL-App bietet vollständige TOEFL iBT-Übungstests mit KI-bewertetem Speaking und Writing. Wer zusätzlich an US- oder UK-Hochschulen interessiert ist, wo der SAT eine Rolle spielt: Unsere SAT-App bietet vollständige digitale SAT-Tests mit adaptivem Training – einmal vorbereiten, breit bewerben. Wenn ein deutschsprachiger Studiengang ebenfalls in Betracht kommt, erklärt unser TestAS-Leitfaden den Eignungstest, den manche Programme honorieren.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich in Deutschland einen vollständigen Abschluss komplett auf Englisch machen?

Ja. Deutschland listet mehr als 2.000 vollständig englischsprachige Studiengänge – die große Mehrheit auf Master-Ebene, dazu ein kleinerer, aber wachsender Bachelor-Katalog. Sie konzentrieren sich auf Ingenieurwesen, Informatik, Naturwissenschaften, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und BWL – Fächer, in denen Englisch bereits die Arbeitssprache ist. TUM, RWTH Aachen, KIT, Heidelberg, Mannheim und die drei großen Berliner Universitäten bieten die tiefsten englischen Kataloge. Für diese Programme brauchst du ein Englischzertifikat (TOEFL iBT 88+ oder IELTS 6,5+), kein Deutsch. Du suchst sie in der DAAD-Datenbank International Programmes, die nach Unterrichtssprache filterbar ist.

Sind englischsprachige Studiengänge in Deutschland kostenlos?

Fast immer ja. Staatliche Hochschulen erheben €0 Studiengebühren für englisch- wie deutschsprachige Studiengänge gleichermaßen in 15 von 16 Bundesländern; du zahlst nur den Semesterbeitrag von €150–€350, der meist ein Nahverkehrsticket enthält. Die einzige Ausnahme ist Baden-Württemberg, das von Nicht-EU-Studierenden €1.500 pro Semester erhebt. Nicht kostenlos sind die privaten englischsprachigen Hochschulen (Constructor University Bremen, Frankfurt School, CBS, Bard Berlin) mit €18.000–€30.000 pro Jahr sowie einige Executive- und MBA-Programme. Prüfe, ob dein Programm an einer staatlichen oder privaten Einrichtung angeboten wird.

Muss ich Deutsch können, wenn mein Studiengang auf Englisch läuft?

Für das Studium selbst nicht. Ein englischsprachiges Programm wird von Anfang bis Ende auf Englisch unterrichtet, geprüft und betreut, und viele Hochschulen verlangen für die Zulassung kein Deutsch. Doch der Alltag in Deutschland läuft auf Deutsch: das Bürgeramt, die meisten Vermieter und Wohnungsanzeigen, kleinere Arztpraxen und viele Nebenjobs sowie Werkstudentenstellen erwarten Deutschkenntnisse. A2 bis B1 macht Wohnungssuche, Banking und Behördengänge deutlich einfacher und erweitert deine Jobmöglichkeiten – also nutz die kostenlosen Deutschkurse im Sprachzentrum deiner Hochschule von Woche eins an.

Gibt es mehr englische Master als Bachelor in Deutschland?

Deutlich mehr. Das englischsprachige Angebot konzentriert sich auf Master-Ebene, wo internationale, spezialisierte und forschungsnahe Abschlüsse leichter auf Englisch aufgebaut werden können und die Nachfrage am größten ist. Englischsprachige Bachelor gibt es, aber in viel kleinerer Zahl – sie sind auf International Business, Ingenieurwesen und Sozialwissenschaften ausgerichtet, einige private Hochschulen bieten vollständige englische Bachelor im US-Stil an.

Welchen Englischtest brauche ich für deutsche Hochschulen?

Englischsprachige Programme verlangen typischerweise TOEFL iBT 88+ oder IELTS Academic 6,5+, die kompetitivsten Ingenieur- und BWL-Tracks an TUM, RWTH und Mannheim wollen TOEFL 100+ oder IELTS 7,0+. Manche akzeptieren Cambridge C1 Advanced oder den Duolingo English Test. Wer seinen Vorbildungsabschluss vollständig auf Englisch absolviert hat, bekommt den Test an vielen Hochschulen erlassen – prüfe das aber pro Programm, denn Regelungen und akzeptierte Zertifikate variieren.

Wie finde ich englischsprachige Studiengänge und wie bewerbe ich mich?

Suche in der DAAD-Datenbank International Programmes, filtere nach Englisch als Unterrichtssprache und lies jede Programmseite nach Gebühren, Fristen und Zulassungsvoraussetzungen. Die meisten Bewerbungen laufen über uni-assist, das Dokumente prüft und an die Hochschulen weiterleitet; ein paar Hochschulen, darunter die TUM, nehmen Bewerbungen direkt über eigene Portale an. Eingereicht werden: Hochschulzugangsberechtigung, Transcript, dein Englischzertifikat, Lebenslauf und ggf. Motivationsschreiben. Fristen: 15. Juli für das Wintersemester (Oktober), 15. Januar für das Sommersemester (April) – einzelne Programme schließen früher.

Sind englischsprachige Studiengänge leichter zugänglich als deutsche?

Oft ja – aus einem nicht offensichtlichen Grund. Viele englischsprachige Ingenieur-, Natur- und Geisteswissenschaftsprogramme sind zulassungsfrei: kein Numerus Clausus, Zulassung für alle, die die formalen Voraussetzungen erfüllen. Sie konkurrieren nicht gegen den gesamten deutschen Bewerberjahrgang wie NC-Fächer (Medizin, Psychologie). Das macht einen starken, NC-freien englischen Master an RWTH, KIT oder einer Berliner Uni zu einem der zugänglichsten Wege in einen erstklassigen deutschen Abschluss – selber Abschluss, selber Arbeitsmarkt, ohne alles an eine Note zu knüpfen, die sich jedes Semester verschiebt.

Fazit – ist ein englischsprachiger deutscher Abschluss das Richtige für dich?

Englischsprachiges Studium in Deutschland ist eine reale, erstklassige und bemerkenswert günstige Option – mit einer strukturellen Eigenheit, die man einplanen muss: Das Angebot ist auf Master-Ebene und in MINT sowie BWL tief, auf Bachelor-Ebene und außerhalb dieser Felder dünner. Ist das eigene Fach gut auf Englisch vertreten, bekommt man einen global hochrangigen, EU-anerkannten Abschluss vollständig auf Englisch für €0 Studiengebühren (private Hochschulen ausgenommen), dazu Lebenshaltungskosten von €11.000–€16.000 pro Jahr. Viele dieser englischen Tracks sind zulassungsfrei – das macht sie zugänglicher als die überlaufenen NC-Fächer, nicht weniger wertvoll.

Entscheide zuerst die Studienstufe – Bachelor oder Master – denn sie bestimmt die gesamte Shortlist. Dann wäge den englischen Weg gegen die Option ab, 12–18 Monate in Deutsch zu investieren, was das gesamte System öffnet. Für die meisten Interessierten in Ingenieurwesen, Informatik, Naturwissenschaften oder BWL ist der englischsprachige Master die offensichtlich richtige Wahl; für ein dauerhaftes Leben in Deutschland zahlt sich das Deutschlernen parallel dazu schnell aus.

Nächste Schritte

  1. Bachelor oder Master entscheiden – Der englische Katalog ist auf Master-Ebene tief, im Bachelor enger; die Studienstufe setzt die Shortlist.
  2. DAAD-Datenbank durchsuchen – Nach englischsprachigen Programmen im eigenen Fach filtern, notieren welche zulassungsfrei (kein NC) sind und welche NC-gebunden.
  3. Ausgewogene Shortlist aufbauenKostenloses College Council-Konto erstellen und Profil im Chancen-Tool prüfen.
  4. Englischtest frühzeitig buchen – Die meisten englischen Programme wollen TOEFL iBT 88+ oder IELTS 6,5+; in unserer TOEFL-App üben und Tests im TOEFL-versus-IELTS-Leitfaden vergleichen.
  5. Finanzen planen – Staatliche englische Abschlüsse sind kostenlos; Lebenshaltungskosten und der konkrete Semesterbeitrag sind im Deutschland-Hauptleitfaden ausführlich behandelt.

Weiterführende Lektüre

Quellen und Methodik

Programmzahlen, Fächer und Gebührentiers stammen aus offiziellen deutschen Quellen und DAAD-Daten und wurden mit dem Atlas-Datensatz von College Council zu deutschen Hochschulen abgeglichen. Das englischsprachige Angebot ist groß und in Bewegung – Programmlisten, Gebühren und Sprachschwellen ändern sich zwischen Eintrittsjahren – daher führen wir verifizierte Fachcluster, Studienstufen und Gebührentiers an statt programmspezifischer Einzelangaben, und empfehlen, die genaue Zahl auf der jeweiligen Programmseite vor der Bewerbung zu überprüfen. Hochschulstärken und Ränge beziehen sich auf die QS World University Rankings 2026.

  1. DAADInternational Programmes in Germany database (über 2.000 vollständig englischsprachige Studiengänge; filterbar nach Unterrichtssprache, Studienstufe und Fach)
  2. study-in-germany.deOffizielles Portal für Studierende (englischsprachiges Angebot konzentriert auf Master-Ebene; €0 staatliche Studiengebühren; Semesterbeitrag €150–€350; Baden-Württemberg €1.500/Semester für Nicht-EU)
  3. QS / TopUniversitiesQS World University Rankings 2026 (TUM #22, LMU #58, Heidelberg #80, FU Berlin #88, KIT #98, RWTH Aachen #105, HU Berlin #130, TU Berlin #145)
  4. uni-assist — Bewerbungsabwicklung und Gebühren (€75 erste Hochschule, €30 je weitere; Dokumentenprüfung und Anabin-Anerkennung)
  5. Make it in GermanyPerspektiven nach dem Abschluss (18-monatiges Aufenthaltsrecht zur Jobsuche; EU Blue Card-Schwellenwerte €45.934 Mangelberufe / €50.700 Standard, 2026)
  6. College Council — Atlas-Hochschuldatensatz (deutsche HEI-Identität, Standort- und Programmdaten; Wikidata-gekeyerte kanonische Datensätze) und interne Beratungserfahrung

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