Es ist Donnerstag, 23:40 Uhr. Auf deinem Laptop sind 52 Tabs geöffnet. Ein Tab mit dem QS-Ranking, ein Tab mit US News, ein Tab mit Times Higher Education. Drei Reddit-Foren, zwei Threads auf Quora, die Seite zu den Lebenshaltungskosten in London, der MIT-Studiengebührenrechner, ein Vergleich zwischen ETH Zürich und EPFL, ein Leitfaden zum Studium in den Niederlanden und siebzehn Universitätsseiten, von denen die Hälfte gleich aussieht. Dein Notizbuch ist voller chaotischer Notizen: „LSE – Prestige, aber teuer“, „Niederlande – günstig, aber Wetter?“, „Harvard – warum nicht versuchen?“. Du hast das Gefühl, je mehr du liest, desto weniger weißt du. Die Paradoxie der Wahl in Reinform.
Wenn dir das bekannt vorkommt, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Ich werde dir nicht sagen, welche Universität du wählen sollst – das ist deine Entscheidung, und niemand sollte sie für dich treffen. Stattdessen zeige ich dir ein System, mit dem du vom Chaos von fünfzig Tabs zu einer durchdachten Liste von fünf Universitäten gelangst, auf die sich eine Bewerbung wirklich lohnt. Ein System, das auf Daten basiert, nicht auf Emotionen. Auf deinen Prioritäten, nicht auf Zeitungsrankings. Auf einer realistischen Einschätzung deiner Chancen, nicht auf Träumen oder Ängsten.
Wenn du gerade erst anfängst, über ein Studium im Ausland nachzudenken, beginne mit unserem allgemeinen Leitfaden zum Studium im Ausland, der den gesamten Prozess von A bis Z erklärt. Wenn du schon einen Schritt weiter bist – du weißt, dass du im Ausland studieren möchtest, aber nicht wo – lies weiter. Dieser Leitfaden ist genau für dich.
Entscheidungsrahmen: 8 Kriterien für die Wahl einer Universität
Jedes Kriterium hat eine vorgeschlagene Gewichtung (%) – passen Sie es an Ihre Prioritäten an
Die Gewichtungen sind ein Ausgangspunkt – passen Sie sie an Ihre Prioritäten an. Für jemanden ohne Budget für Studiengebühren können die Kosten 40 % ausmachen.
Schritt 1: Definiere deine Kriterien – bevor du ein einziges Ranking öffnest
Der größte Fehler, den du machen kannst, ist, mit Rankings zu beginnen. Rankings beantworten die Frage „Welche Universität ist die beste?“, aber sie beantworten nicht die Frage „Welche Universität ist die beste für mich?“. Und das ist ein fundamentaler Unterschied.
Bevor du QS Top Universities öffnest, stelle dir acht Fragen:
Frage 1: Was möchte ich studieren?
Klingt banal, aber eine riesige Anzahl von Abiturienten beginnt mit der Universität, nicht mit dem Studienfach. Dabei ist Harvard phänomenal in Geistes- und Naturwissenschaften, aber wenn du Ingenieurwesen studieren möchtest – MIT, Caltech oder ETH Zürich sind deutlich bessere Wahlmöglichkeiten. Du möchtest Wirtschaft studieren? CBS in Kopenhagen bietet eine Ausbildung der Triple-Crown-Klasse ohne Studiengebühren, während LSE oder Bocconi das Zehnfache kosten.
Wenn du nicht weißt, was du studieren möchtest – das ist kein Problem. Im amerikanischen System (College vs. University – Wir erklären die Unterschiede) erklärst du dein Hauptfach erst nach dem zweiten Jahr. Im britischen und europäischen System musst du es vom ersten Tag an wissen. Dieser Unterschied sollte deine Wahl des Landes beeinflussen.
Frage 2: Was ist mein Budget?
Das ist die Frage, mit der niemand beginnen möchte, aber sie sollte die erste sein. Die Kostenunterschiede sind gigantisch:
- Deutschland: Studiengebühren 0 EUR, Lebenshaltungskosten ca. 10.000 EUR/Jahr → Leitfaden zum Studium in Deutschland
- Niederlande: Studiengebühren ca. 2.500 EUR/Jahr (EU), Leben ca. 12.000 EUR/Jahr → Studium in den Niederlanden
- UK: Studiengebühren 9.250 GBP/Jahr (EU-Bürger werden nach dem Brexit wie internationale Studierende behandelt), Leben ca. 12.000 GBP/Jahr → Studium in Großbritannien
- USA: Studiengebühren 20.000–85.000 USD/Jahr, Leben ca. 15.000 USD/Jahr → Wie viel kostet ein Studium in den USA?
Lies unseren detaillierten Vergleich der Kosten USA vs. UK vs. Europa, bevor du irgendwelche Entscheidungen triffst. Denke auch an Stipendien – in den USA sind Universitäten wie Princeton und Yale auch für internationale Studierende „need-blind“. In Europa findest du unseren Leitfaden zu europäischen Stipendien und Stipendien für ein Studium in den USA.
Unser Kostenrechner hilft dir, die realen Ausgaben in verschiedenen Ländern abzuschätzen.
Frage 3: Wo möchte ich 3–4 Jahre leben?
Das ist keine Frage nach Urlaubspräferenzen. Du wirst dort jahrelang leben – im Regen, im Stress, in der Einsamkeit der ersten Monate. Berücksichtige:
- Klima: London hat 106 Regentage pro Jahr. Kopenhagen hat im Winter 7 Stunden Tageslicht. Mailand erreicht im Sommer 35°C. Hältst du das aus?
- Stadtgröße: Stanford ist ein Campus in Palo Alto (65.000 Einwohner). NYU ist Manhattan. St Andrews ist eine Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern in Schottland. Das sind drei völlig unterschiedliche Erfahrungen.
- Entfernung von zu Hause: Ein Flug Warschau–Amsterdam dauert 2 Stunden. Warschau–Boston dauert 10 Stunden+. Wirst du zu jedem Feiertag nach Hause fliegen? Kannst du dir diese Flüge leisten?
Frage 4: In welcher Sprache möchte ich studieren?
Englisch dominiert, ist aber nicht die einzige Option. Die TU München bietet viele Programme auf Deutsch und Englisch an. Die Sorbonne/PSL verlangt in vielen Studiengängen Französisch. Die Politecnico di Milano hat englischsprachige Programme, aber das tägliche Leben findet auf Italienisch statt. Prüfe, welche Sprachtests du benötigst: TOEFL, IELTS oder Duolingo English Test.
Frage 5: Wo möchte ich nach dem Studium arbeiten?
Ein Studium im Ausland ist nicht nur ein Diplom, es ist ein Sprungbrett auf den Arbeitsmarkt des jeweiligen Landes. Aber die Regeln sind unterschiedlich:
- USA: Das OPT-Visum erlaubt 1 Jahr Arbeit (3 Jahre in MINT-Fächern), danach Lotterie für H-1B. Unsicherheit.
- Niederlande: Search Year Permit – 1 Jahr Zeit, um nach dem Studium einen Job zu finden. Stabilität.
- Deutschland: 18 Monate Zeit, um einen Job zu finden. Sehr offenes System.
- UK: Graduate Route – 2 Jahre Arbeit nach dem Studium. Gute Bedingungen.
- Dänemark: Establishment Card – bis zu 3 Jahre. Das SU-System motiviert zusätzlich.
Wenn du eine Karriere nach dem Ivy-League-Studium planst, bedenke, dass der Prestige-Name hauptsächlich in den USA und in globalen Konzernen wirkt. Auf dem europäischen Arbeitsmarkt zählen mehr Erfahrung und die Landessprache.
Frage 6: Wie viel Mühe bin ich bereit, in die Bewerbung zu investieren?
Die Bewerbung an Oxbridge erfordert ein Vorstellungsgespräch, Eignungstests und ein Personal Statement. Die Bewerbung an Universitäten in den USA über Common App erfordert Essays, Empfehlungsschreiben, SAT und außerschulische Aktivitäten. Die Bewerbung in den Niederlanden? Meistens: Abitur + IELTS. Sei realistisch, was deine Zeitressourcen angeht.
Frage 7: Habe ich spezifische Programm-Anforderungen?
Du möchtest einen Doppel-Major? Das amerikanische System erlaubt das. Du möchtest ein einjähriges Praktikum in dein Programm integriert haben? Britische Sandwich-Kurse bieten das. Du möchtest Kurse aus verschiedenen Fakultäten belegen? Die Brown University mit ihrem Open Curriculum bietet dir maximale Flexibilität. Du möchtest ab dem ersten Jahr Medizin studieren? Medizinstudium in Europa ermöglicht das, in den USA wartet der Pre-Med-Pfad auf dich.
Frage 8: Was ist mir wirklich wichtig?
Diese Frage ist die schwierigste und wichtigste. Schließe deine Augen und stelle dir deinen perfekten Studientag in drei Jahren vor. Wo bist du? Was machst du? Mit wem sprichst du? Diese Vision sollte den gesamten Prozess antreiben. Nicht das Ranking. Nicht das Prestige. Nicht die Erwartungen der Eltern. Deine Vision.
Schritt 2: Wie man Rankings klug nutzt (und warum sie nicht deine erste Quelle sein sollten)
Rankings haben ihren Wert, aber man muss ihre Grenzen verstehen:
QS World University Rankings bevorzugen akademische Reputation (40 % Gewichtung) und das Verhältnis von Studierenden zu Dozenten. Gut für eine allgemeine Orientierung, aber Cambridge auf Platz 2 bedeutet nicht, dass es besser ist als das Imperial College auf Platz 6, wenn du Ingenieurwesen studieren möchtest.
Times Higher Education legt mehr Wert auf Forschung und Zitationen. Nützlich, wenn du eine akademische Karriere planst.
US News ist am besten für amerikanische Universitäten, aber praktisch nutzlos für europäische.
Financial Times ist der Goldstandard für MBA- und Business-Programme – auf seiner Grundlage bewerten wir Universitäten wie LSE, Bocconi oder CBS.
Regel: Nutze Fakultätsrankings (subject rankings), nicht allgemeine. Prüfe in QS, THE und Shanghai nicht die allgemeine Position, sondern die Position in der Kategorie, die dich interessiert. Eine Universität auf Platz 150 insgesamt kann in deiner Fachrichtung Top 20 sein.
Unser Ivy League Ranking und das Ranking der besten technischen Universitäten der USA sind gute Ausgangspunkte, aber betrachte sie als Inspiration, nicht als Wegweiser.
Schritt 3: Die Safety / Match / Reach-Strategie – der Schlüssel zur klugen Bewerbung
Das ist wahrscheinlich das wichtigste Konzept im gesamten Auswahlprozess. Deine Liste sollte Universitäten aus drei Kategorien enthalten:
Safety / Match / Reach-Strategie
Optimale Liste: 5–10 Universitäten im Verhältnis 2 : 3 : 2–5
Nutze unseren Chancenrechner, um deine Kategorie für jede Universität abzuschätzen.
Wie bestimmt man, ob eine Universität Safety, Match oder Reach ist?
Prüfe diese drei Indikatoren:
-
Annahmequote (Acceptance rate) – Unter 15 %? Für praktisch jeden ist das Reach. 15–40 %? Wahrscheinlich Match. Über 40 %? Potenziell Safety (wenn dein Profil solide ist).
-
Mittlere 50 % der Testergebnisse – Wenn dein SAT in den oberen 25 % der zugelassenen Studierenden liegt, ist es wahrscheinlich Match oder Safety. Wenn du unter den unteren 25 % liegst, ist es Reach. Prüfe die Anforderungen in unserem Leitfaden zum SAT für ein Studium in Europa.
-
Dein GPA/Abitur im Vergleich zum Durchschnitt der Zugelassenen – Prüfe, wie dein polnisches Abitur in ausländische Systeme umgerechnet wird. Nutze unseren GPA-Rechner, um die Ergebnisse umzurechnen.
Typische Verteilung für einen polnischen Abiturienten, der sich 2026 bewirbt:
| Profil | Reach | Match | Safety |
|---|---|---|---|
| Abitur 90%+, SAT 1500+, starke außerschulische Aktivitäten | Ivy League, Oxbridge | UCL, Edinburgh, ETH | Maastricht, Groningen |
| Abitur 80–89%, SAT 1350–1499 | UCL, ETH, Georgetown | Manchester, Warwick, CBS | Utrecht, Amsterdam |
| Abitur 70–79%, SAT 1200–1349 | Edinburgh, King’s | Maastricht, TU München | Groningen, Bologna |
Schritt 4: Ländervergleich – Wo studieren?
Bevor du Universitäten vergleichst, vergleiche die Systeme. Jedes Land hat eine grundlegend andere Bildungsphilosophie, andere Kosten, andere Zulassungsregeln und andere Perspektiven nach dem Studium.
Ländervergleich: Auswahlmatrix
| Kriterium | 🇺🇸 USA | 🇬🇧 UK | 🇳🇱 Niederlande | 🇩🇪 Deutschland | 🇨🇭 Schweiz | 🇮🇹 Italien |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Studiengebühren (EU/Jahr) | $20–85K | £9 250 | €2 500 | €0–300 | CHF 730–1 500 | €0–4 000 |
| Lebenshaltungskosten/Jahr | $15–25K | £12–18K | €10–14K | €8–12K | CHF 18–24K | €8–12K |
| Unterrichtssprache | Englisch | Englisch | Englisch (BSc) | Deutsch / Englisch | Deutsch / Engl. / Fr. | Italienisch / Englisch |
| Studiendauer (BSc) | 4 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Zulassung | Ganzheitlich | Akademisch + PS | Abitur + IELTS | Abitur / NC | Aufnahmeprüfungen | Abitur / IMAT |
| Arbeit nach dem Studium | OPT 1–3 Jahre | Graduate Route 2 Jahre | Search Year 1 Jahr | 18 Monate | 6 Monate | 12 Monate |
| Top-Universitäten | Harvard, MIT, Stanford | Oxford, Cambridge, UCL | Amsterdam, Delft, Maastricht | TU München, LMU, Heidelberg | ETH Zürich, EPFL | Bocconi, PoliMi, Bologna |
| Unser Leitfaden | Kosten USA | UK Leitfaden | Niederlande | Deutschland | Schweiz | Italien |
Vergleiche detaillierte Kosten in unserem Artikel über den Kostenvergleich von Studien. Sieh dir auch die Leitfäden für Skandinavien, Frankreich, Belgien, Spanien, Irland, Portugal, Australien und Kanada an.
USA: Flexibles, aber teures und unsicheres System
Der größte Vorteil des amerikanischen Systems ist seine Flexibilität. Das erste Jahr dient der Erkundung – du kannst Philosophie, Informatik und Biologie ausprobieren, bevor du dich für ein Hauptfach entscheidest. Das Liberal Arts-System bildet vielseitige Absolventen aus. Großzügige Stipendien (insbesondere an der Ivy League) können 100 % der Kosten decken.
Der Nachteil? Der Zulassungsprozess ist der anspruchsvollste der Welt: SAT oder ACT, Zulassungsessays (Common App, Supplemental Essays), Empfehlungsschreiben, außerschulische Aktivitäten. Und nach dem Studium – die Unsicherheit bezüglich des Visums. Lies unseren Schritt-für-Schritt-Leitfaden für die Bewerbung an US-Universitäten.
UK: Spezialisierung vom ersten Tag an
Das britische System ist das Gegenteil des amerikanischen. Du wählst dein Hauptfach vor der Bewerbung und studierst es vom ersten Tag an intensiv. Das Studium dauert 3 Jahre (statt 4), was die Gesamtkosten senkt. Die Zulassung über UCAS ist standardisiert und basiert auf akademischen Leistungen + Personal Statement.
Top-Universitäten: Oxford, Cambridge, UCL, Imperial, King’s College London, Edinburgh, Manchester, Warwick.
Kontinentaleuropa: Qualität für einen Bruchteil des Preises
Dies ist ein Segment, das polnische Studierende oft unterschätzen. Die ETH Zürich gehört zu den Top 10 der Welt und kostet 1.500 CHF pro Jahr. Die TU München ist kostenlos. Maastricht kostet 2.500 EUR. Die KU Leuven in Belgien – 1.000 EUR. Die CBS in Kopenhagen – null. Die EPFL in Lausanne – günstiger als ein Semester in UK.
Zusätzlicher Vorteil: geografische und kulturelle Nähe. Ein Flug Warschau–Amsterdam, Warschau–Mailand oder Warschau–München dauert 2 Stunden. Du fliegst zu jedem langen Wochenende nach Hause. Vergleiche das mit einem 10-stündigen Flug in die USA.
Schritt 5: Von 100 auf 10 – der Prozess der Eingrenzung der Liste
Du hast Kriterien, verstehst Strategien, kennst die Unterschiede zwischen den Ländern. Jetzt gehen wir zur Praxis über. Wie wählt man aus hundert potenziellen Universitäten zehn und dann fünf aus?
Runde 1: Ausschluss nach Kriterien (100 → 30)
Nimm deinen Entscheidungsrahmen und wende Harte Filter an – Kriterien, die eine Universität sofort disqualifizieren:
- ❌ Studiengebühren über deinem Budget (und keine Chance auf ein Stipendium)
- ❌ Kein Studiengang deiner Wahl oder geringe Qualität dieses Studiengangs
- ❌ Unterrichtssprache, die du nicht sprichst und nicht lernen möchtest
- ❌ Land, in dem du dir nicht 3–4 Jahre vorstellen kannst
- ❌ Zulassungsvoraussetzungen, die du nicht erfüllst (z. B. kein SAT, aber die Universität verlangt ihn)
Nach dieser Runde bleiben dir etwa 20–30 Universitäten übrig. Nutze unseren Universitätsvergleich, um sie nebeneinander zu stellen.
Runde 2: Scoring – gewichtete Kriterien (30 → 10)
Erstelle eine Tabelle in Excel oder Google Sheets. Spalten: 8 Kriterien aus dem Entscheidungsrahmen. Zeilen: 30 Universitäten. Bewerte jede Universität auf einer Skala von 1–5 in jedem Kriterium, multipliziere mit der Gewichtung, summiere.
Beispiel:
| Universität | Akad. (×20%) | Kosten (×20%) | Standort (×15%) | Karriere (×15%) | Sprache (×10%) | Zulassung (×10%) | Studentenleben (×5%) | Stipendium (×5%) | SUMME |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ETH Zürich | 5 (1.0) | 3 (0.6) | 4 (0.6) | 5 (0.75) | 3 (0.3) | 2 (0.2) | 3 (0.15) | 3 (0.15) | 3.75 |
| Maastricht | 3 (0.6) | 5 (1.0) | 4 (0.6) | 3 (0.45) | 5 (0.5) | 5 (0.5) | 4 (0.2) | 4 (0.2) | 4.05 |
Dieses Scoring ist nicht wissenschaftlich – es ist subjektiv, und das ist gut so. Aber es zwingt dich, systematisch nachzudenken, anstatt nur nach Gefühl zu entscheiden.
Runde 3: Safety/Match/Reach (10 → 5–8)
Aus den Top 10 erstellst du die endgültige Liste und achtest auf Ausgewogenheit. Eine optimale Liste:
- 2 Safety – Universitäten, an denen du sicher angenommen wirst und wo du hingehen möchtest
- 3 Match – Universitäten, bei denen die Chancen realistisch sind
- 2–3 Reach – Träume, aber baue deinen Plan nicht ausschließlich darauf auf
Schritt 6: Besuch vs. virtuelle Erkundung
Zeitplan: Wann beginnen, wann entscheiden
Für Abiturienten, die ein Studium im akademischen Jahr 2027/2028 im Ausland planen
Einen detaillierten Monatsplan findest du im Artikel Wann mit den Vorbereitungen für ein Studium im Ausland beginnen.
Besuch vor Ort
Wenn du dir einen Besuch leisten kannst, tu es. Keine Fotos oder Videos können den Eindruck ersetzen, über den Campus zu gehen, in einem Studenten-Café Kaffee zu trinken und zu beobachten, wie die Leute dort tatsächlich leben. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch: Frühling des 2. Gymnasiums, wenn du noch Zeit hast, die Liste anzupassen.
Worauf du bei einem Besuch achten solltest:
- Fühlst du dich dort wohl? (Klingt banal, ist aber das wichtigste Kriterium)
- Wie sieht die Bibliothek um 22:00 Uhr aus? (Lernkultur)
- Sind die Studierenden offen für Gespräche?
- Wie weit ist es vom Wohnheim zum Hörsaal?
- Ist das Essen in der Mensa genießbar?
Wenn ein Besuch nicht möglich ist
Für die meisten polnischen Abiturienten ist ein Besuch an 8 Universitäten in 4 Ländern finanziell nicht realisierbar. Alternativen:
- Virtuelle Tage der offenen Tür – Fast jede Universität organisiert sie. Den Kalender findest du auf der Zulassungsseite.
- YouTube-Walkthroughs – Suche nach „Day in the life at [Universität]“ – Studenten-Vlogs geben ein besseres Bild als offizielle Materialien.
- Reddit und Studentenforen – r/ApplyingToCollege, r/UniUK, The Student Room, Forum Polskich Studentów za Granicą.
- Gespräche mit Alumni – LinkedIn. Finde polnische Absolventen der jeweiligen Universität und schreibe sie an. Die meisten antworten gerne.
Schritt 7: Häufigste Fehler – und wie man sie vermeidet
Red Flags: Wann eine Universität NICHT das Richtige für dich ist
Wenn du 3+ Anzeichen erkennst, überdenke diese Option ernsthaft
Fehler #1: Sich bei zu vielen Universitäten bewerben
Theoretisch bedeuten mehr Bewerbungen = mehr Chancen. In der Praxis bedeuten 15–20 Bewerbungen, dass keine davon wirklich gut sein wird. Deine Essays werden generisch sein, die Recherche über die Universität oberflächlich und die Supplemental Essays – offensichtlich in letzter Minute geschrieben. 5–8 sorgfältige Bewerbungen schlagen 15 überstürzte jedes Mal.
Fehler #2: Die Passform (Fit) ignorieren
Stanford und Princeton sind beide Universitäten unter den Top 5 in den USA, bieten aber völlig unterschiedliche Erfahrungen. Stanford ist das Silicon Valley, Startup-Kultur, ein Campus von der Größe einer Stadt, kalifornische Sonne. Princeton ist ein kleiner Campus in den Vororten von New Jersey, akademische Tradition, „Eating Clubs“. Beide sind großartig – aber für unterschiedliche Personen.
Fehler #3: Entscheidungen basierend auf einem einzigen Ranking treffen
Ich habe Studierende gesehen, die eine Universität auf Platz #47 statt #53 gewählt haben, weil „sie höher im Ranking steht“. Sechs Plätze im Ranking sind statistisches Rauschen – kein realer Unterschied. Der Unterschied liegt in: Campus-Kultur, Qualität deines spezifischen Programms, Kosten, Standort, Karriereperspektiven.
Fehler #4: Vergessen, dass Entscheidungen umkehrbar sind
Ja, ein Wechsel ist möglich. Ja, ein Gap Year ist eine Option (lies unseren Leitfaden zum Gap Year). Ja, du kannst dein Hauptfach wechseln. Gehe nicht davon aus, dass dies eine lebensverändernde Entscheidung ist. Es ist eine wichtige Entscheidung, aber keine endgültige.
Werkzeuge, die dir bei der Auswahl helfen
Bei College Council haben wir eine Reihe von Werkzeugen entwickelt, die speziell für polnische Abiturienten konzipiert sind:
- Universitätsvergleich – Gegenüberstellung von Universitäten mit wichtigen Daten
- Chancenrechner – Schätze ab, ob eine Universität für dein Profil Safety, Match oder Reach ist
- Kostenrechner – Realistische Kostenschätzung unter Berücksichtigung von Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und Stipendien
- GPA-Rechner – Rechne dein polnisches Abitur in ausländische Bewertungssysteme um
- Quiz: Welcher Studiengang? – Weißt du nicht, was du studieren sollst? Beginne hier
Zusammenfassung: Dein 7-Schritte-Aktionsplan
- Kriterien definieren – Fülle den Entscheidungsrahmen aus. Was ist dir am wichtigsten?
- 2–3 Länder wählen – Nutze die Vergleichsmatrix und lies unsere Länderleitfäden.
- Liste von 20–30 Universitäten erstellen – Breit gefächert. Noch nicht eliminieren.
- Scoring anwenden – Excel, 8 Kriterien, Gewichtungen, Bewertungen 1–5.
- Auf 8–10 eingrenzen – Prüfe Safety/Match/Reach.
- Liste von 5–8 finalisieren – Stelle sicher, dass du mindestens 2 Safety-Optionen hast, an denen du hingehen MÖCHTEST.
- Bewerben – Prüfe den Bewerbungszeitplan und leg los.
Und denk daran: Es gibt keine einzige perfekte Universität. Es gibt viele gute Optionen. Deine Aufgabe ist es nicht, DIE EINE zu finden, sondern mehrere Optionen zu finden, die GREAT FOR YOU sind. Der Rest ist Entschlossenheit, harte Arbeit und ein bisschen Glück.
Wenn du das Gefühl hast, dass du Unterstützung bei diesem Prozess benötigst, lies unseren Artikel darüber, wie Studienberatung aussieht und wie man einen Studienberater auswählt.